Hallo! Ich bin Frau Wal. Ich bin Lehrerin. Vor kurzem hat mein drittes Schuljahr als solche begonnen und ich stelle fest, dass ich jetzt tatsächlich ab und zu mal wieder etwas Luft habe in dem ganzen Schultrubel. Warum also nicht tief Luft holen und einfach mal diese ganzen witzigen, verrückten, rührenden, manchmal auch traurigen Geschichten wie eine Walfontäne in die unendlichen Weiten des Internets schießen? Da gibt es sicher eine Menge Leute, die auch Lehrer sind. Oder Referendare. Oder Lehramtsstudenten. Oder Schüler. Oder Praktikanten. Oder Schulleiter. Oder Eltern. Leute, die sich für den Schulalltag interessieren und die vielleicht ähnliches erleben oder wie ich Fragen haben – Fragen an das Schulsystem, zum Unterrichten, zum Umgang mit Schülern, zum Lehrerleben… oder die einfach gerne mal ein paar Schulgeschichten lesen.
Lehrerblogs gibt es ja so einige. Die meisten von denen, die ich bisher gelesen habe, drehen sich um die Grundschule oder eine weiterführende Schule ab Klasse 5. Ich bin nicht an so einer Schule. Meine Schüler sind nicht klein und niedlich. Meine Schüler sind groß, häufig größer als ich. Noch häufiger doppelt so breit. Einige sind bärtig, viele tätowiert, etwa 40% haben einen Migrationshintergrund. Die meisten sind männlich. Ich unterrichte an einer beruflichen Schule mit dem Schwerpunkt Technik: technisches Gymnasium, Berufsschule für Elektro-, Metall- und Sanitärberufe, Berufskolleg, Berufsfachschule, Technikerschule.
Nicht, dass ich was von Technik verstehen würde! I wo! Auf dem Gebiet bin ich vollkommen unbewandert. Mein Job an der Schule ist ein anderer. Ich bin der Alptraum eines jeden Technikers, ihr Folterknecht. Meine Folterwerkzeuge: Vokabeln, Grammatik, Lese- und Hörverständnis, Literatur, Lektüren, Aufsätze! Ich unterrichte Sprachen. Und was ich da so erlebe, erzähle ich euch ab sofort hier.