Die Neuroplastizität: Wie sich das Gehirn ein Leben lang verändert
Die Neuroplastizität: Wie sich das Gehirn ein Leben lang verändert
Lange glaubte die Neurowissenschaft, das erwachsene Gehirn sei weitgehend unveränderlich. Heute wissen wir: Es ist ein hochdynamisches Organ, das sich ein Leben lang umstrukturieren kann.
Was Neuroplastizität ist
Synaptische Verbindungen werden gestärkt, wenn sie häufig genutzt werden – und geschwächt, wenn sie selten aktiviert werden. "Neurons that fire together, wire together" ist das populäre Prinzip. Neu erlernte Fähigkeiten hinterlassen buchstäblich Spuren: Londoner Taxifahrer haben einen nachweislich größeren Hippocampus als der Durchschnitt.
Langzeitpotenzierung
Werden Synapsen wiederholt und gleichzeitig aktiviert, werden sie effizienter – Langzeitpotenzierung. Sie gilt als zellulärer Mechanismus des Lernens und der Gedächtnisbildung.
Neurogenese im Erwachsenengehirn
Auch im erwachsenen Gehirn entstehen neue Neuronen – zumindest im Hippocampus. Körperliche Aktivität und Lernen fördern diese Neurogenese, Stress und Schlafmangel hemmen sie.
Rehabilitation
Nach einem Schlaganfall können benachbarte Hirnareale die Funktion geschädigter Bereiche teilweise übernehmen – vorausgesetzt, intensive Therapie regt die entsprechenden Verbindungen an.
Das Gehirn ist kein statisches Organ – jede Erfahrung, jede Übung, jeder Gedanke formt es buchstäblich.
Dieser Beitrag wurde mit wissenschaftlichen Quellen erstellt.