Zeugin der Anklage

fabio(69)
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Im Bild: Babette Gross, Willi Münzenberg, Margarete Buber-Neumann.

Im Zuge meiner jüngsten Recherchen über sowjetische Propaganda und ihre Langzeitwirkung im sogenannten Westen, bin ich auf einige mir bislang unbekannte Persönlichkeiten gestoßen.

Eine Dame, die es mir besonders angetan hat, ist die ehemalige Kommunistin Margarete Buber-Neumann, die sowohl  Stalins Gulag, als auch Hitlers KZ Ravensbrück überlebt hat und nach dem Krieg entschieden gegen den sowjetischen Einfluss angekämpft hat. In Ravensbrück lernte Buber-Neumann Milena Jesenska, die Freundin von Franz Kafka kennen und setzte ihr ein literarisches Denkmal.

"Als der rumänische Schriftsteller Panait Istrati nach einer Reise in die Sowjetunion berichtete, in diesem Land triumphierten «die Ungerechtigkeit, das Banditentum und die Schreckensherrschaft», wollte sie von solchen ungeheuerlichen Behauptungen nichts wissen. Der «moralische Selbsterhaltungstrieb des politisch Gläubigen», so schrieb sie später, «zwang mich dazu, ihn zum Lügner zu stempeln»." 
https://www.nzz.ch/article7QEPX-1.489076
In den 60er Jahren wird es für Margarete Buber-Neumann schwieriger, sich gegen die westdeutsche Linke zu behaupten, vor allem nachdem die SPD 1966 in die Regierung eintritt. Damit gewinnt auch Herbert Wehner an Macht, den Margarete Buber-Neumann noch aus der Zeit im Hotel Lux kennt, und den sie für das Schicksal von Heinz Neumann – er war im November 1937 zum Tode verurteilt worden - mitverantwortlich macht. Erst Mitte der 90er Jahre werden sich diese Vorwürfe als berechtigt erweisen.  
https://www.gazette.de/Archiv/Gazette-Oktober2001/Buber-Neumann.html
Zeugin der Anklage | Ecency