RE: RE: My most socialist/interventionist positions
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RE: My most socialist/interventionist positions

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Die Idee, die Öffentlichkeit in der Stadt von irgendwas zu befreien, etwa von Hunden oder Autos, ist nur so lange schön, so lange man selbst kein Auto oder Hund hat.

Menschen, die alleine leben und ein Haustier haben, brauchen und wollen diese Verantwortung und Aufgabe, damit sie beispielsweise aus dem Haus gehen, Bewegung bekommen und Kontakt mit anderen Menschen erleben. Man kommt sehr schnell miteinander ins Gespräch wenn man einen Hund mit sich führt, mit Leuten, die einen sonst nie ansprechen würden, etwa, oder mit anderen Hunde-Haltern.

Es ist eine soziale Angelegenheit und wirkt zudem einem zunehmend tierlosen Dasein von Menschen entgegen, die den Anblick, den Geruch und das Verhalten von Tieren nur noch aus dem Fernsehen kennen oder aber einen Zoo besuchen müssen, um so etwas überhaupt zu erleben. Bei den vielen Menschen, die Hunde haben, geschieht ausgesprochen wenig Störendes oder Gefährliches, es sind immer die Ausnahmen, wo das der Fall ist.

Die Idee von Störungsfreiheit und Sicherheit der einen, ist denen der anderen total entgegen gesetzt und lässt sich nicht vereinbaren. Verbote sind in dieser Hinsicht geeignet, diese beiden Gruppen (Hundehalter, Autofahrer) gegeneinander aufzubringen und Feindschaft zu erzeugen.

Das Auto ist im Übrigen der einzige Rückzugs-Ort, wenn du plötzlich staatlichen Maßnahmen im öffentlichen Verkehr ausgesetzt bist, die du persönlich unzumutbar fändest (beispielsweise Mitführen von Unbedenklichkeitsbescheinigungen oder Anlegen bestimmter Gegenstände oder anderes).

Die autofreie Stadt wäre nur dann möglich und sie würde nur dann nennenswert zu nennende grüne Flächen erzeugen, wo man heute Straßen hat, wenn du den Lieferverkehr ebenfalls von der Straße nähmest. Wo sollen aber die LKW's ihre Waren abliefern, wenn nicht in den Geschäften, die sie ihnen abnehmen? Es würde also zwar den Verkehr reduzieren, aber die Straßen wären dann noch immer da, damit Waren transportiert werden.
Dem könnte man entgegnen, dass ohnehin bald keine Geschäfte mehr das Stadtbild prägen und Waren nur noch an zentralen Orten gelagert werden und man auf online-Bringdienste umschaltet.
Aber auch die müssen dann per Einzelfahrzeuge an die Haushalte transportiert werden, was wiederum die Idee, dass ganze Straßenzüge schönen Grünflächen in Wohngebieten weichen würden, in Frage stellt.
Dem möchte man auch entgegenhalten, dass Gewerbe und Wohnen von Menschen primär bevorzugt werden, weil die Nähe zum Geschäft und anderen Dienstleistern dafür sorgt, dass man aus dem Haus geht, was ja der Sinn sozialen Lebens ist. Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft lässt auch gar nicht zu, dass man ihnen etwa weite Wege zumutet, die einen zwängen, nun selbst zu den großen zentralen Lagern von Versorgungs- und Dienstleistungen per Bus oder Bahn zu fahren, da man sich dann außerhalb der eigenen Nachbarschaft bewegte. So kann es also nur kleinere zentrale Orte geben, die aber dürfen nicht zu wenige sein und nicht zu weit auseinander liegen.

Wie du es drehst und wendest, eine solche autofreie Stadt, wie man sie sich so schön ausmalt, kann es schon allein deshalb nicht geben, weil jeder, der einen Dienst oder Produkte anbietet, auf die Lieferung mit den benötigten Materialien angewiesen ist. Nimm nur die vielen Arzt-Praxen oder Friseure oder Fußpflege-Einrichtungen oder Markt-Stände oder kleine Einzelhändler, alle, die ein Gewerbe betreiben. Wie soll das gehen, wenn die keine Fahrzeuge haben oder aber ihnen mit Fahrzeugen Dinge geliefert werden müssen?

Die Reißbrett-Ideen von Mega-Städten, die autofrei sind, können nur dann gedacht und gemacht werden, wenn Städte von null entstehen und die gesamte Verkehrs-Infra-Struktur unterirdisch geschieht. Wo du keine Transportwege mehr siehst, weil sie unter die Erde gelegt wurden, etwa. Oder auf Schienen, die durch die gesamte Stadt gehen. Dafür aber kannst du nicht alte gewachsene Städte nehmen mit ihren Altstädten etwa. Was allein an gewaltigen Ressourcen verbraucht würde, um solche Zukunfts-Mega-Städte zu errichten, kannst du dir sicher selbst ausmalen. Das stünde in keinem Verhältnis zu dem viel beschrienen Umwelt- und Artenschutz oder aber dem erhofften Flächengewinn, meiner Vermutung nach.

@erh.germany: Die Idee, die | Ecency