würde ich sagen, dass diese Personen nicht ihren Grund und Boden verlassen habe, sondern in den meisten Fällen den ihrer Eltern oder Grosseltern.
Ein guter Einwand. Dem stimme ich zu. Wer bereits das Nötige zum Leben hat und es sich aus diesem Grund leisten kann, anderen Interessen nachzugehen, kann Alternativen ausschöpfen.
Es gibt diesen Spruch: Die erste Generation baut Wohlhaben auf, die zweite lebt gut davon und die dritte verprasst es.
Das ist sicher nicht absolut so, aber es soll verdeutlichen, was ich damit meine, wenn Menschen sich zu weit von dem entfernen, was ihnen gute Startmöglichkeiten und ein gutes Leben bot. Der gut laufende Familienbetrieb zweier Generationen kann von der dritten vollkommen in den Sand gesetzt werden. Man spricht von der "verwöhnten Nachkommenschaft", die den Bezug zu dem verloren hat, welches ihren Wohlstand erst ermöglichte.
Wie kommst Du darauf?
Das ist für mich eine logische Schlussfolgerung. Eine Nation, die überwiegend aus Bauern und Arbeitern bestanden hat - und das war ja vor der Industrialisierung so - ist für Hungersnöte wenig anfällig. Ausnahmen bestätigen die Regel. Etwa Naturkatastrophen oder Krieg.
Hungersnöte in solchen Zivilisationen waren der Standard bis ca. 1945.
Dem würde ich nicht zustimmen, weil ich nicht denke, dass das ein Standard war. Eher umgekehrt. Bis Mitte der Vierziger Jahre hatten die Leute, die nicht in Großstädten lebten, in der Regel einen Nutzgarten und/oder Kleinvieh. Das Einkommensniveau war niedriger und wer sein Geld für was anderes ausgeben wollte, hat es durch seinen Nutzgarten kompensiert.
Das umliegende Bauernland hat auch die Städte versorgt, musste es auch, da die Mengen an Nahrungsmittel-Importen für die Stadtbevölkerung im Verhältnis gesehen geringer gewesen sein müssen als das, womit man sich lokal/regional versorgen konnte. Ich weiß nicht, ob sich das Verhältnis in Deutschland mittlerweile umgedreht hat, vermute es aber.
Wenn die intensive Landwirtschaft aus welchen Gründen auch immer nicht weiter betrieben werden kann, denke ich nicht, dass ich etwas dagegen ausrichten kann. Der Aufstieg und Niedergang von Zivilisationen scheint eine sich wiederholende Tatsache zu sein. So es einen selbst betrifft, ist dieses absolut schmerzhaft und wo es andere trifft, ist es relativ.
RE: Warum Deflation besser wäre als Inflation / Why deflation would be better than inflation