RE: RE: Warum Deflation besser wäre als Inflation / Why deflation would be better than inflation
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RE: Warum Deflation besser wäre als Inflation / Why deflation would be better than inflation

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Ich habe irgendwo gelesen, dass die Beziehungen zwischen den Adeligen bzw. Grund/Großgrundbesitzern und den Bauern schon allein deshalb eine andere Qualität hatten, weil die räumliche Nähe das bedingt hat. Die direkte, lokale Nähe zwischen Adel und Volk braucht keine Medien, da sich alles direkt und unmittelbar vor den Augen der Leute abspielt.
Der Adelige kann kein sonderliches Interesse daran gehabt haben, dass es den Bauersleuten dreckig ging, weil er unmittelbar negative Auswirkungen am eigenen Leib gespürt haben würde. Schlechte Erntejahre beispielsweise werden den Reichen allein deshalb schon keine Freude gemacht haben und ein leidendes Volk ebenfalls nicht. So lange es eine direkte Abhängigkeit zwischen den Grundbesitzern und den Arbeitern/Bauern gab, dürfte es weniger schlimm gewesen sein, als man vermutlich denkt.

Sicher gab es Unterschiede zwischen "Adel" und "Adel" und wie immer kann man das nicht stereotypisieren.

Räumliche Nähe hat den psychologischen Effekt, dass wer Mist baut, sich nicht einfach weg ducken und die Anliegen der ihn Umgebenden schlechter ignorieren kann, als wenn es diese Nähe nicht gibt.

Das Großmaßstäbliche und das Verschwinden von kleinen Wirtschafts-Zellen bringt Distanz und eine Art Babel, in der die einen die anderen nicht verstehen, weil sie sich in völlig getrennten Arbeits-Welten bewegen.

Ich denke ebenfalls, dass der massenhafte Arbeitsmarkt in der damaligen Industrie sowohl durch erzwungene Armut als aber auch dem Glauben an Versprechungen an ein interessanteres Leben geschuldet ist.

Warum soll jemand seinen Grund und Boden verlassen, wenn er durch die Selbstversorgung gut leben kann?

Landwirtschaft hat ein merkwürdiges Image und die Leute scheinen zu glauben, dass das Leben eines Bauern nur aus Mühsal und Plage bestanden hat. Daran glaube ich nicht. Schon ein kleines Stück Land und ein paar Tiere können eine Familie sehr gut ernähren. Ich komme aus einer solchen Familie, die die längste Zeit ihres Lebens sich selbst versorgt haben und nur sehr wenig Währung hinzuverdienen mussten, um das zu tun. Meine Familie lebte bis zur Einwanderung nach Deutschland in Estland. Es war kein so schlechtes Leben, wie meine Mutter zu erzählen wusste. Nur hat ihr Deutschtum und einige Motive, die hier zu umfangreich wären, aufzulisten, sie dazu gebracht, dort nicht zu bleiben.

Hungersnöte können in Zivilisationen nicht entstehen, wenn diese aus überwiegend Bauern und Arbeitern besteht. Ich denke beispielsweise auch nicht, dass Hunger allein durch schlechte Ernten entstehen, sondern immer durch eine unverhältnismäßige Ausbeutung der Nahrungsmittel für bestimmte Zwecke wie beispielsweise Kriegsführung oder sonstige künstlich erzeugte Nöte.

Die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität hatte zur Folge, dass viel mehr Menschen ernährt werden konnten

Wieso denkst du das?
Wenn viele kleinere Zellen (Bauernhöfe) vorhanden waren, haben sie ebenso viele Menschen ernährt, der Unterschied ist der, dass der Radius kleiner gewesen war. Was aber an der Zahl der ernährten Menschen keinen Unterschied macht aus meiner Sicht. Wenn es um Ernährung geht, ist der Bedarf an dem Nötigen dadurch gedeckt.
Wovon du sprichst, ist eher das Plus obendrauf, denke ich. Wo mehr produziert werden kann, wird auch mehr gegessen, also über das Nötige hinaus.
Das ist das, was wir heute haben und natürlich durch das high tech Transportwesen ermöglicht wird, die Waren in großer Stückzahl und Vielfalt über den gesamten Globus in kurzer Zeit heran zu schaffen.

@erh.germany: Ich habe irgendwo | Ecency