Poor Things

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ist ein Phantasy-Film aus dem Jahr 2023. Na ja, zunächst fragte ich mich "Was war DAS denn?". Zuerst ordnete ich diesen Film dem Genre "Drama" zu. Aber nein, doch nicht. Fangen wir mit der Handlung an: Die schwangere Victoria stürzt sich von einer Brücke ins Wasser der Themse und ertrinkt. Ihre Leiche wird an das Haus des genialen Arztes und "experimentellen" Chirurgen Godwin Baxter gespült. Godwin kann Victoria nicht mehr retten, aber dafür deren Kind. Er tauscht Victorias Gehirn durch das Gehirn ihres Kindes aus und belebt ihren Körper mit Stromstößen wieder zum Leben. Fortan lebt das Kinderhirn im Körper seiner Mutter weiter.

An dieser Stelle darf der Zuschauer das erste Mal nach Luft schnappen. Ein Kinderhirn im Körper seiner eigenen Mutter? Ja, die Anleihen an Frankenstein sind nicht zu übersehen. Nur, dass das Monster weiblich ist. Es ist ja auch kein echtes Monster, sondern äußerlich eine bezaubernde Frau, die aber mit dem Hirn eines Kleinkindes zu lernen beginnt. Mit kindlicher Neugier und vollkommen frei von Konventionen tappst diese Frau in die Welt hinaus und greift nach allem, was sie interessiert. Das Freudsche' unkontrollierte "Es" fällt einem spontan ein. Die tapsige Schönheit wird auf den Namen "Bella" getauft.

Das Kind-Frau-Konstrukt lernt jedoch schnell. Zuerst die Sprache, sich verbal auszudrücken und sich koordiniert zu bewegen und dann immer weiter den Radius der Erfahrungswelt zu erweitern. Schließlich möchte Bella die Welt erkunden und begibt sich auf eine Reise. Was folgt ist ein rasantes Begreifen und Erlernen der Welt. Gewissermaßen im Zeitraffer lernt Bella alles über die Menschen, deren Konventionen, ihren Betrug an sich und anderen und deren Doppelmoral. Letztlich ist es die Emanzipation einer nach Selbständigkeit und Freiheit strebenden Frau, die allen Konventionen entsagt hat.

Abgesehen von der Story ist auch die Bildersprache des Films überwältigend. Eine ganz eigene stilistisch geprägte Welt. Irgendwo zwischen Surrealismus, geprägt von der Optik des Zeitalters der Industrialisierung und irgendwie vermengt mit Traumsymbolik. Einfach nur genial und phantastisch.

Hier haben wir einen ganz außergewöhnlichen Film, der das Prädikat "Best4Ever" verdient hat. Nicht umsonst und sehr verdient hat dieser vier Oscars gewonnen, davon einer für die genial spielende Emma Stone in der Rolle der Bella. Ein Meisterwerk, alle Daumen und großen Zehen hoch, absolut sehenswert, muss man gesehen haben.