So langsam gewöhne ich mich an meine Familie. Nur eine Sache beschäftigt mich schon einige Tage:
Im oberen Stock wohnt mein Frauchen, das ist die Mutter von meinem Herrchen.
Eine große Treppe, durch die ich auch noch durchschauen kann, versperrt mir den Weg nach oben. Da laufe ich lieber nicht hoch, sonst rutsche ich vielleicht noch zwischen den Treppenstufen hindurch!
Mein Herrchen ist aber bemüht, dass ich die Wohnung meines Frauchens auch kennenlerne und trägt mich einfach die Treppe hinauf. Wunderbar, jetzt kann ich hier oben alles beschnuppern und erkunden.
Am besten gefallen mir ja die Teppichfransen. Daran zu kauen und ziehen ist einfach himmlisch. Aber da höre ich von meinem Herrchen schon wieder das obligatorische “Nein!“
Also geh ich weiter auf die Suche. Im Flur steht ein wunderschöner Blumenstrauß mit einer interessanten Schleife. Die hole ich mir jetzt einfach und probiere, wie die schmeckt. Und wieder kommt ein „Nein!“
Ich drehe mich um und erschrecke fürchterlich. Da steht mir doch ein Hund gegenüber! Freundlich wedle ich mit meinem Schwanz. Der Hund wedelt zurück. Ich springe ihn an. Er kommt direkt auf mich zu! Jetzt muss ich doch mal böse knurren und bellen, damit der fremde Hund weiß, wer hier das Sagen hat! Er knurrt und bellt zurück. Ich lege mich direkt vor ihn, er legt sich direkt vor mich. Jetzt sehe ich, dass hinter ihm mein Herrchen steht. Das ist ja blöd! Das ist mein Herrchen!!!
Mein Herrchen streichelt mich und beruhigt mich. Ich gehe mit ihm in die Küche. Der andere Hund ist weg. Gott sei Dank!
Nun gilt es, die Treppe wieder hinunter zu kommen. Kann ich nicht, ich leg mich einfach oben an der Treppe hin. Sollen sie doch sehen, wie sie mich die Treppe wieder hinunter bekommen.
Herrchen nimmt mich wie ein Baby und trägt mich die Treppe hinunter. Uffz! Jetzt springe ich erst mal eine Runde im Garten herum.
Die Treppe ist aber täglich ein Thema. Herrchen hält mir bei jeder Stufe ein Stückchen Leberwurst vor die Nase. Lecker! Das will ich haben und so befinde ich mich plötzlich oben, ganz alleine geschafft und ich bin nicht durch die Stufen gerutscht!
Mein Herrchen hat die Stufen dann extra für mich mit Teppichfliesen ausgelegt, damit ich festen Halt habe mit meinen Pfoten. Ich hab ein liebes Herrchen!
Eines Tages bin ich oben bei Frauchen und ich vermisse mein Herrchen, außerdem drückt meine Blase. Ich stehe vor der verschlossenen Tür und winsele. Ich versuche, die Tür anzunagen, vielleicht geht sie ja dann auf?
Frauchen gefällt aber meine Nagerei gar nicht und sie öffnet die Tür. Ich sause hinaus und stehe vor der Treppe. Da soll ich jetzt hinunterlaufen???
Ich nehme allen Mut zusammen und klettere vorsichtig eine Stufe nach der anderen hinunter. Geschafft! Ich sause in die Wohnung meines Herrchens und hinaus in den Garten.
Das mit der Treppe werde ich noch ein wenig üben, wobei mein Herrchen sehr darauf bedacht ist, dass ich nicht so viele Treppenstufen laufe, wegen meiner Gesundheit.
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