Moin, Moin!
Eigentlich hatte ich für meinen dritten Siebentagedeutschartikel eine ganz andere Idee, aber wie das Leben so spielt... Will ich nicht mehr, vielleicht traue ich mich auch nicht mehr.
Ich bin jetzt ca. vier Wochen auf dieser Plattform, fühlte mich sehr wohl, aufgenommen. Von Lobeshymnen habe ich mich weitgehend fern gehalten. Ich genoss bislang eine respektvolle Wertschätzung und vor allem - oh nee, das passt jetzt nicht - die Werbefreiheit! Doch! Ist es euch schon aufgefallen? Wenn ihr euch nicht von den Steemit-Seiten wegbewegt, seht ihr keine Reklame für die beste Bitcoinwallet, die beste Diät, die 10 besten Lachervideos oder die nettesten Mädels! Oh wie schön! Friede! Ich muss mich nicht durch ungewollte Angebote beglücken lassen!
Aber bitte skeptisch an die Sache ran...
Die ersten Ärgernisse, die ich in der Community mitbekommen habe, gingen (wie immer) ums liebe Geld. Wer wie wem Coins aus der Tasche zieht, wer sich selbst oder seinen Freund upvotet, wer Booster einsetzt, weil er es sich leisten kann und wer nicht, weil er es sich nicht leisten kann. Wer seine Awards nun in Euronen umsetzt oder in SP, um der Gemeinschaft zu dienen.
Keine Frage - der Spiegel der Gesellschaft...
Aber kein Problem, geschieht ja alles auf hohem Niveau, schließlich wird man hier für die Qualität seiner Beiträge gesehen und alles ist nur für die Community...
Da ich mich nach wie vor zu den Crypto-Legasthenikern zähle, sogar blöderweise meine letzen Posts auf 100% SP gestellt habe, habe ich gedacht, ich schreibe einfach, lese und kommentiere einfach, bin da und gut. Kann ja nichts verlieren und das, was ich gewinne, stecke ich in Upvotes, macht ja auch Spaß, persönliche, stilistische, lustige Artikel zu bewerten, Unfug einfach zu ignorieren und damit nicht hochzuwerten. In die Verlegenheit gekommen, Flagge zu zeigen, bin ich noch nicht, habe nur einmal jemanden diesbezüglich um Hilfe gebeten.
Heute bin ich wider Willen Zeuge eines mir äußerst unangenehmen, da von Gossensprache und nicht bewiesenen Anschuldigungen nur so strotzenden Disputs, geworden, nur weil ich zwei Personen, die ich hier, soweit es geht, kennen und auch schätzen gelernt habe, folge. Die Sachlage war recht eindeutig, die Meinung nicht, die Auseinandersetzungskultur kurz vor Schlägerei, weit, weit unter dem Niveau beider Angeklagten, wenn ich das beurteilen darf.
Ich wollte schreien: "Lasst doch anonymisierte @steemcleaners die Drecksarbeit machen!" "Und schützt uns damit alle davor, diesen negativen Müll lesen zu müssen", dachte ich weiter. Und beides habe ich nicht gesagt.
Feigling?
Ich glaube nicht. Ich weiß einfach noch nicht, wo ich hier hingehöre.
Klar ist mir schon, die heile Welt gibt es auch hier nicht. Wie auch???
Aber wo kann ich ankanten, wo nicht?
Wer bestimmt die "Qualität" der Beiträge? Der bessere Linguist oder die größere Wallet?
Wer erhält die meisten Upvotes? Eindeutig der mit der größeren Fangruppe. Oder der mit den "stärkeren" Fans.
Darfst du jetzt in #siebentagedeutsch schreiben oder ist das Spam? Wer bestimmt das? Nicht "so ein Newbie", oder?
Buhlst du jetzt um Fans, wenn du die Initiative des @deutsch-boost euphorisch unterstützt? Zu euphorisch?
Hast du die Fans, wenn du in den Chat gehst? Was, wenn du Discord-Zeiten wirklich einplanen musst und ab vom Schuss aller realen Meetings lebst?
Schleimst du rum, wenn du einen Beitrag eines großen Fisches unterstützt, damit mehr "verdienst" als mit deinem eigenen Beitrag, dieser "Big-Fish-Post" aber ein eben wirklich guter Artikel ist?
Und es kommt noch schlimmer... Was soll @theaustrianguy sagen, wenn er erfährt, dass ich bis ca. 2002 zur deutschen Elite der AoE-SpielerINNEN gehörte, das selbstverständlich ohne Mouse, nur mit Hotkeys, mich aber nicht traute, dies anlässlich seines Videos zu einem akzeptablen Tower-Rush zu outen???
Diese Fragen umtreiben mich seit ein paar Stunden. Ich bin froh, sie niedergeschrieben zu haben und freue mich, wenn sie ankommen wo und wie sie ankommen sollen.
Vielleicht kommt der vierte Post an Tag 4, vielleicht auch nicht.
Lieber Gruß bis vielleicht,
Bild: Conmongt auf Pixabay