Bitcoin Bestseller von einem Literaturkritiker?
Kann das was geben? Ein Bitcoin Buch von einem Journalisten, dem ehemaligen Ressortleiter Literatur von >DIE ZEIT<?
Ijoma Mangold (52), ein Literaturkritiker, von einem nicht gerade für seine Tech-Kompetenz bekanntem Wochenblatt schreibt ein Buch über Bitcoin, Blockchain und Co. Kann das gut gehen?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja.
Schaut euch mal dieses Zitat aus dem Einband an.
Der Mann ist Bitcoiner, also mittlerweile. Er hat ein Buch geschrieben wie es kaum ein Techi/Nerd könnte. Es erklärt den Bitcoin in allen wichtigen Facetten - Geld, Wertspeicher, dezentrales Computernetzwerk etc. - und das in der Sprache des Nicht-IT-affinen-Menschen, des Otto Normal wenn ihr so wollt. Gut, manchmal, zB. in dem Kapitel zu „Bitcoin und die Politik“ erkennt man doch schon deutlich seine gelernte Handschrift als wortreicher Journalist, da werden die Sätze länger sowie Sprache und Ausdruck komplexer. Aber er bleibt zumindest authentisch.
Warum das Buch so erfolgreich ist
Es ist gut zu lesen, verständlich und kurzweilig. Z.B. wenn er zu Beginn erzählt wie er in der Coronazeit 2020 begonnen hat sich mit Bitcoin zu beschäftigen, Bücher gelesen, sich unzählige Podcasts reingezogen, sich mit Bitcoinern getroffen und intensiv ausgetauscht hat. Er ist selbst heftigst in das vielzitierte „Rabbit Hole“ gefallen und hat sich monatelang immer tiefer reingewühlt.
Heraus gekommen ist er mit diesem Buch „Die orange Pille“, einer echt gelungenen Zusammenfassung für normalen Menschen. Also ihr wisst wie ich das meine, die vielen Leute die außer gewissen User-Kenntnissen in Office oder Outlook nicht viel über Computer, Netzwerke oder erst recht Kryptographie wissen. Denen kannst du nicht so einfach mit Blockchain oder SHA256 kommen, schon das Wort „Server“ ist eine gewisse Black Box bzw. Herausforderung, von „Node“ oder „Seed Phrase“ ganz zu schweigen. Aber diese Leute da draußen interessiert Bitcoin. Das Buch war nicht umsonst wochenlang auf der Spiegel Bestseller Liste. Diese Leute wollen verstehen, aber ohne erstmal ein Studium in Informatik, Philosophie und VWL absolvieren zu müssen. Diese Leute werden in den kommenden Jahren die nächste große Welle der Adoption auslösen und die müssen wir mitnehmen. Man muss es ihnen einfach erklären. Mit guten Bildern und Vergleichen. Ohne die vielen teilweise sehr komplexen Details. Und das gelingt Mangold offenbar. Selbst die oben genannten Fachbegriffe bindet er gekonnt ein und erklärt sie verständlich.
Mein persönliches Fazit
Mir hat es gefallen. Ist überwiegend gut und flüssig geschrieben sowie sehr verständlich lesbar. Er schafft es alle wichtigen Aspekte, vom Satoshi Phänomen/Mysterium bis zur österreichischen Schule, unterzubringen und zu vernetzen. Das Buch bleibt dabei vom Umfang her kompakt, es hat gerade mal ~250 Seiten. Das schaffen selbst langsame Leser in einer Woche oder so. Da ist „Der Bitcoin Standard“ schon ne andere Nummer.
Also, ich kann es euch empfehlen, zB. auch als Lektüre für den anstehenden Sommer und/oder Urlaub.
Wer kennt es schon von euch? Was haltet ihr davon?