Antwort von Antonopoulos an Jamie Dimon

besold(52)
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Jamie Dimon, Chef von J. P. Morgan Chase hatte im September 2017 BitCoin als "Betrug" bezeichnet[1]. Eine sehr gute Antwort darauf kam von Andreas Antonopoulos[2]. Auf einem Vortrag in Kanada wurde er von einem Zuschauer folgendes gefragt, ob er die Kritik kurz zusammenfassen und etwas dazu sagen könnte, da er sich sehr für das Thema interessiere. Hier seine Antwort - übersetzt aus dem Englischen:

Ich glaube der konkrete Vorwurf war - ich umschreibe sinngemäß - daß BitCoin ein Betrug ist, weil es keine finanzielle Basis habe und durch nichts gedeckt sei. Das war die Kritik von Jamie Dimon, Leiter von J. P. Morgan Chase, der eine Strafe von 2 Mrd. USD bezahlen mußte wegen Hypothekenbetrugs, und die J. P. Morgan Chase bezahlt hat, indem es noch mehr Hypothekenbetrug beging. Ich weiß nicht, ob Sie das gelesen haben. Das war besonders faszinierend. Und dazu haben sie den Dollar benutzt, der gedeckt ist mit..? Ach, ja, richtig...

Also, ich glaube, meine ehrliche Reaktion darauf wäre: Jamie protestiert ein wenig zu viel. Und es ist interessant, wie der Chef der größten Investment-Bank der Welt, als vielbeschäftigter Mann auch noch Zeit findet, sich über ein Nichts auszulassen, über eine irrelevante kleine Technologie, die keinerlei Auswirkungen auf die Welt hat. Es ist fast schon etwas befremdlich, daß es ihn überhaupt interessiert. Ach, übrigens, als er das sagte, haben J. P. Morgans Trader fleißig BitCoin gekauft.

Ich gebe Ihnen eine Prognose, die ich schon früher dargelegt habe:
Die Banken der Welt sind bisher vor Konkurrenz aus dem Internet verschont geblieben. Sie müssen nun sehr schnell lernen, daß es nicht gut ausgeht, wenn das Internet sich auf eine Industriebranche ausbreitet.

Man besehe sich all die anderen Branchen, die intensiver Konkurrenz aus dem Internet ausgesetzt waren. Das Internet bedroht nun den Bankensektor. Und das Ergebnis wird sein, daß Banken und ihre Vorstände nicht nur ihre Branche, oder ihre Macht innerhalb der Branche, verlieren werden, sondern sie werden auch die fünf Stadien des Grams durchlaufen:

  • Ablehnung
  • Wut
  • Feilschen
  • Depression
  • Akzeptanz
Es geht los mit Ablehnung: "BitCoin kann gar nicht funktionieren. Es wird jeden Moment crashen!" - Es ist nun neun Jahre später, und das funktioniert nicht besonders gut.

Wut: "Terroristen! Drogen-Dealer! Pornographie! Macht, daß es aufhört!"- Das funktioniert auch nicht, weil die Regierungen inzwischen herausgefunden haben, daß man es nicht stoppen kann.

Feilschen: "Uns gefällt die Blockchain - aber nicht BitCoin!" - Hm. Funktioniert auch nicht.

Und so weiter, und so fort. Das Internet greift nun nach dem Bankensektor, und wie in jedem anderen Industriesektor zuvor, denken die Vorstände: "Wir werden auch diesen Sturm überstehen, schließlich sind wir bereits seit Jahrhunderten im Geschäft." - Viel Glück! Ich hoffe, sie behalten diese Einstellung bis zum bitteren Ende bei...


Original-Video auf Englisch: Andreas Antonopoulos answers to Jamie Dimon

[1] Quelle: Mainstream. Hier ein Artikel auf Heise.de vom 14.09.2017

[2] Andreas Antonopoulos ist Programmierer, BitCoin-Entwickler und Experte. Man kann ihm auf Twitter und YouTube jeweils unter dem Benutzernamen aantonop folgen.

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