Servus Steemians, heute möchte ich euch in meine Ausbildung entführen... es geht um die Gruppenprozesse aus Pädagogisch / Psychologischer Sicht. ......
Definition:
„Gruppenstruktur ist die Bezeichnung für das Gefüge, das sich bildet, wenn die Gruppenmitglieder im sozialen Kontakt zueinander stehen.“ (Vgl. Pädagogik/ Psychologie, S. 269) -> Orientierung an verschiedenen Aspekten (Arten: Kommunikations-, Freundschafts-, Machtstruktur etc.)
• Strukturierung der Beziehungen innerhalb einer Gruppe bereits nach kurzer Zeit
• Entwicklung spezifischer Normvorstellungen
• Einnahme einer Rolle -> Konfrontation mit Rollenerwartungen
• Entwicklung eines Gruppenzusammenhalts (Kohäsion)
• Das Zusammenleben regelnde und für alle Gruppenmitglieder gültige Verhaltensweisen
• Je nach Gruppenart möglicherweise bereits vorgegeben
• Erleichterung der Kommunikation, orientierungs- und sicherheitsgebend
• Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der Gruppe
• Mögliche Entwicklung von Selbstverständlichkeiten zu Gruppennormen
• Regelveränderung bei Gruppenentwicklung und Bedürfnisveränderung
• Reaktionen und Sanktionen auf Normabweichung (Gruppenausschluss, Mobbing,
Auslachen etc.) -> Druckausübung auf einzelne Mitglieder oder auf Teilgruppe
• Gruppenpositionen beeinflusst von individuellen Interessen, Bedürfnissen, Fähigkeiten, Eigenschaften und Erfahrungen
• Aktive Wahrnehmung der Rolle oder Zuschreibung durch andere Gruppenmitglieder
• Soziale Rolle: „Bündel an Erwartungen an das Verhalten einer Person, die eine bestimmte
Position in einem sozialen Gefüge einnimmt.“(Vgl. Erzieherinnen + Erzieher, S.230)
• Entwicklung der Rolle: Persönlichkeit <-> Rollenerwartungen
Beliebt, besondere Fähigkeiten, Funktion:
Zusammenhalt der Gruppe, Koordination der Ziele, bedeutend: persönliche Ausstrahlung, positives Sozialverhalten
Negativ: Machtmissbrauch oder Einschüchterung
Wenig Selbstbewusstsein, übernimmt ungern
Verantwortung, Orientierung an Meinung der Mehrheit oder des Anführers, Unterordnung, häufige Meinungsänderung
Ähnlich wie Anführer aber in Opposition, unbewusste Positionsverdrängung des Anführers, häufig für soziale Konflikte verantwortlich
Nicht integriert, niedriger Gruppenrang, wird abgelehnt oder ignoriert, kann aber auch besondere Position einnehmen (z.B. Berater)
Schwächstes Gruppenmitglied, zieht Aggressionen an, Schuldzuweisungen von anderen Mitgliedern
Strebt Aufmerksamkeit und Anerkennung an,
Verbergung wahrer Gefühle, Schwierigkeiten Grenzen einzuhalten, kann lustig oder störend wirken
• Wahrnehmung und positive Beeinflussung der Rollenverteilung über Selbstreflexion und
Beobachtung (vor allem Außenseiter und Sündenbock: Mobbinggefahr)
• Vermeidung von Rollenzuschreibungen
• Schaffung eines sozialen Klimas: Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls,
Distanzierung von Gewalt
• Aufstellung verbindlich geltender Regeln
• Ergreifung angemessene Maßnahmen bei negativem Verhalten
• Innerer Zusammenhalt einer Gruppe
• Abhängigkeit von Gruppenattraktivität für den Einzelnen
• Förderung der Gruppenkohäsion durch Verfolgung gemeinsamer Ziele, Verbringen gemeinsamer Zeit, Bestehen klarer Normen und intakter Rollenverteilung
• Erhöhte Gruppenkohäsion bei Druck von außen oder Bewältigung einer gemeinsamen
• Feststellung durch soziometrische Methoden
Definition: Häufig werden Streitereien, Unstimmigkeiten und Unannehmlichkeiten mit
Konflikte verbunden.
Bei menschlichen Zusammenleben entstehen selbstverständlich Konflikte. Es gibt Konflikte mit Einzelpersonen oder mit Gruppen, diese nennt Intra-Gruppenkonflikt.
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Innerhalb von Gruppen treten Spannungen auf, die sich in verschiedenen
Verhaltensweisen äußern können.
Die Ursachen für zwischenmenschliche Zusammenstoße können sehr unterschiedlich
sein. Innerhalb der Gruppe treten Konflikte häufig auf, wenn...
die Interessen und Meinungen sehr unterschiedlich sind
es zu viele verschiedene Bedürfnisse gibt, die aufeinanderprallen - ausgesprochene und unausgesprochene Erwartungen nicht erfüllt werden
die Machtverteilung als ungleich Empfunden wird
Ressourcen (z.B. Material, Zeit, Raum, Nahrung, ...) ungleich verteilt sind
#Vermeidung: Die Gruppe versucht schwerwiegende Konflikte aus dem Weg zu gehen, sie werden verharmlost, vertuscht oder verdrängt.
#Eliminierung (Ausschluss): Ausschluss verhindert eine echte Konfliktlösung. Mitglieder in der Gruppe werden ausgeschlossen z.B. sie dürfen bei bestimmten Programmen nicht mitmachen, aber auch durch schweigen, Spott, Ignoranz, Intrige,... können Mittel dafür sein. Gruppenmitglieder können sich auch selber ausschließen, wenn sie z.B. mit den Gruppenaufgaben nicht einverstanden sind.
#Unterdrückung: Konfliktlösung durch Abstimmung oder Mehrheitsbeschluss ist häufig eine Form von Unterdrückung. Bestimmte Mitglieder werden gezwungen, die Positionen zuzustimmen und sie zu übernehmen. Es entsteht dadurch Spannung, Wiederstände und Feindseligkeit.
#Zustimmung: Alle Gruppenmitglieder sind mit der gegebenen Situation einverstanden. Allianz (Zusammenstoß): Verschiedenen Mitglieder oder Gruppen schließen ein Zweckbündnis, sie haben alle ein gemeinsames Ziel. Der Konflikt ist nicht gelöst, sondern nur zurückgestellt.
#Kompromiss: Jedes Mitglied oder Gruppe macht dem anderen Zugeständnisse. es werden Vereinbarungen getroffen, mit dem alle Mitglieder gut leben können. Kompromisse sind gute Formen von Konfliktlösungen.
#Integration: Die Konflikte werden offen angesprochen und es besteht die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Jeder beteiligt sich mit Ideen zur Lösung von Konflikten, sodass möglichst alle zufrieden sind.
Die Art, des Umganges mit Konflikten hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B.
Gruppenleiter unterstützen und geben Hilfestellungen, sie sollen der Gruppe den Konflikt
nicht abnehmen. Kinder entwickeln eigene Lösungen, die ihrem Verständnis angemessen
sind. Mit zunehmenden Alter, werden sie einfallsreicher für Lösungsmöglichkeiten. Es ist
wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Konflikte eigenständig zu durchleben
und dabei zu lernen.
Mit der Zeit lernen sie Spannungen auszuhalten, eigene Interessen zu vertreten und
Anliegen anderer Gruppenmitglieder zu respektieren.
Ziele des pädagogischen handeln in Konfliktsituationen sollte sein, Konflikte nicht als Machtkämpfe auszutragen, man sollte für alle zufriedenstellende Kompromisse finden. Die Erzieherin sollte nicht zu früh eingreifen, sondern die Rolle einer Unterstützerin und Begleiterin einnehmen. Sie sollte den Kindern den Rahmen bieten, einander zuzuhören
und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Sie ist ein Vorbild für die Kinder. So lernen Kinder, sich selbst und anderen achtsam und respektvoll zu begegnen.
Eine geeignete Vorgehensweise für eine faire Konfliktregelung in Gruppe, stellt ein
Gespräch dar bei den folgende Schritte beachtet werden sollten.
Wer hat welche Wünsche? Jedes Gruppenmitglied drückt seine Wüsche oder
Forderungen konkret, bedürfnisorientiert und Ich-bezogen aus. Die anderen
können dazu Stellung nehmen.
Als letzten Schritt werden alle Vorschläge gemeinsam mit den Gruppenmitgliedern
überlegt, welche sinnvoll und durchführbar sind. Wichtig ist, dass alle Gruppenmitglieder
mit dem Lösungsvorschlag einverstanden sind. Die Lösungsvorschläge müssen über eine
fest vorgelegte Zeit erprobt werden und anschließend überprüft werden, ob sie praktikabel
und daher durchführbar sind. Wenn es zu keiner Einigung kommt, kann Hilfe von
außenstehenden Menschen wie z.B. eines Mediators hinzugefügt werden.
###Ablösungs- oder Trennungsphase
Soziometrie empirische Sozialforschung
Diese eignet sich zu:
Soziometrische Verfahren werden in drei Schritte eingeteilt
Erhebung
Durch Beobachtungen und Befragungen werden Informationen, wie zum Beispiel die Verteilung von Sympathie und Antipathie erfasst.
Darstellung
Die Ergebnisse werden in der Soziomatrix (tabellarisch) und anschließend im Soziogramm (grafisch) festgehalten.
Auswertung
So lässt sich erkennen, wer welche Rolle einnimmt, zum Beispiel ob es Außenseiter gibt oder ob sich Untergruppen gebildet haben.
Beste Grüße Michael
alias @backinblackdevil
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