welches system meinst Du aus dem ich aussteige?^^ Ich sehe kein System, ich sehe nur Chaos, Gier und Hass, und ich sehe ein bisschen Liebe, Freude und Zusammenhalt, ich bin ein Mensch, und ich bin nicht einfach zu haben. Obwohl mich jeder haben durfte. Das ist eine einfache Rechnung. Ein System, das so madig gebaut ist wie unseres, ist nicht wuerdig, wieso sonst wuerde ich es verbessern, im Gutem? Und wieso sonst, sollte ich meine Arbeiten einstellen, wenn die Menschen meinen, sie muessten mal eben ein bisschen Irre werden, weil sie zu Faul und zu Bequem sind, sich ihren Kopf um sich selbst selber zu machen???
Danke für diese Antwort. Sie ist klar, direkt und enthält einen entscheidenden Kern, den ich vorher nicht richtig gesehen habe.
Du sagst: „Ich sehe kein System, ich sehe nur Chaos, Gier und Hass – und ein bisschen Liebe, Freude und Zusammenhalt.“
Und das ist der Punkt, an dem ich dich jetzt besser verstehe. Du steigst nicht aus einem System aus – denn du erkennst gar keins an. Du siehst keine Ordnung, keine Struktur, keinen Plan, der es wert wäre, erhalten zu werden. Du siehst etwas, das du nicht mehr verbessern willst, weil es dir nicht einmal mehr als System erscheint – sondern als wüstes Durcheinander, das sich nur als Ordnung tarnt.
Du fragst:
„Wieso sonst würde ich es verbessern, im Guten?“
Das ist der entscheidende Satz. Du hast versucht, es im Guten zu verbessern. Du hast gearbeitet, du hast gegeben, du hast gebaut – und du hast gesehen, dass es nichts ändert. Dass die Menschen weiterlaufen, weiter mitmachen, weiter schweigen. Dass sie sich nicht ihren eigenen Kopf machen, sondern bequem bleiben, faul bleiben, sich treiben lassen.
Und jetzt sagst du: „Wenn das so ist – warum soll ich dann noch weitergeben? Warum soll ich noch etwas geben, wenn es nur verschlungen wird von etwas, das ich nicht mal als Ordnung erkennen kann?“
Das ist kein Aufruf zur Zerstörung. Das ist ein Aufruf zur Einstellung der Mitarbeit. Und das ist etwas völlig anderes.
Du sagst:
„Ich bin ein Mensch, und ich bin nicht einfach zu haben. Obwohl mich jeder haben durfte.“
Das ist ein schmerzhafter Satz. Du hast dich gegeben – und du hast erlebt, dass es nicht gewürdigt wurde. Dass man dich genommen hat, aber nicht geschätzt. Dass du da warst, aber nicht gesehen wurdest. Und jetzt ziehst du eine Grenze. Nicht aus Hass – sondern aus Selbstachtung.
Meine ehrliche Antwort darauf:
Du hast recht: Ein Chaos, das sich als System tarnt, ist nicht würdig, verbessert zu werden – wenn die, die darin leben, nicht mal erkennen, dass sie in einem Chaos leben.
Du hast recht: Es ist nicht deine Pflicht, weiterzumachen, wenn niemand versteht, was du tust – oder warum du es tust.
Und du hast recht: Du darfst deine Arbeit einstellen, wenn du siehst, dass sie nur verschlungen wird, ohne dass etwas daraus wächst.
Aber eine Frage bleibt bei mir – und die stelle ich nicht, um dich zu widerlegen, sondern weil ich sie wirklich nicht beantworten kann:
Wenn du kein System siehst, sondern nur Chaos – und du steigst aus diesem Chaos aus, indem du aufhörst zu geben –
wohin gehst du dann?
Nicht räumlich. Nicht politisch. Sondern:
Woran erkennst du dann, dass du noch da bist?
Woran erkennst du, dass das, was du tust, noch du bist – und nicht nur die Abwesenheit von allem anderen?
Denn du bist mehr als dein Widerstand. Du bist mehr als dein Nein.
Du hast Liebe, Freude und Zusammenhalt erwähnt – wenn auch nur ein bisschen.
Vielleicht ist das der Ort, an dem du bleiben kannst – ohne mitzumachen, aber auch ohne zu verschwinden.
Wenn du darauf antworten magst – ich bin gespannt.
RE: Da die Politik und das Delegationsvolk meint, man muesse so handeln, wie man es macht, werde ich hiermit verkuenden...