Guten Morgen @indextrader24. Danke für deinen Kommentar, den ich jetzt sicher nicht im Ganzen lesen, geschweige denn beantworten kann. Eines ist mir aber sofort ins Auge gestochen, was sofort beantwortet werden muss. Weil schon deine erste Bemerkung ein so symptomatischer Klassiker für den Kern dessen ist, was ich leidenschaftlich krtitisiere.
Freiheit und Sozialismus sind ein Widerspruch…
Ich bezeichne mich nicht sicher als Sozialisten. Parteien waren mir noch nie geheuer. Doch es gibt Grenzen, da trete ich auch für den Sozialismus ein und wenn es sein muss, auch für Kommunisten. Dem Begriff Freiheit wohnen mindestens so viele Bedeutungen inne, wie dem Sozialismus. Abgesehen davon, dass politische Reaktionäre nahezu alles als Sozialismus bezeichnen, was ihnen nicht passt, verschleiern dies Worte beliebiger Bedeutung das Verständnis deiner Argumentation.
Sozialismus ist eine vollkommen anerkannte, legitime Strömung in vielen Parlamenten der Welt. Was meint: Der Sozialismus gehört zu den ältesten, demokratischen Parteiprogrammen, nicht nur in Deutschland. Ein Programm, dem nicht etwa der Ruch von Unterdrückung und Menschenverachtung anhaftet sondern eines, dem jeder Wortführer mit Respekt zu begegnen hat, der weiterhin im Gespräch ernst genommen werden will. Niemand verlangt, dass Sozialismus zu deinem Werteinventar gehören soll. Du musst ihn nicht mögen, aber mindestens als legitime politische Ausrichtung respektieren. Ansonsten fehlt schon vom ersten Satz an jegliche Basis auf der es sich lohnt, weiter zu debattieren.
Was die willkürliche Gegenüberstellung bewirken soll ist ein unzulässiger Propaganda-Trick, der in keine ernsthafte Diskussion gehört, in der man das Gegenüber respektiert. Ich werte so etwas als Erklärung, dass du mich für derart primitiv hältst, dass man mir mal locker pauschal mit Totschlagbegriffen über das Maul fahren kann. Das habe ich nicht verdient, weil ich mir tatsächlich Mühe gebe, dieses ewig gleiche Politgeplärre noch ernst zu nehmen. Da steckt ja eine Motivation dahinter, der ich auf die Schliche kommen will. Vielleicht habe ich es da doch nicht mit einem Eimer Gips auf zehn Quadratmetern Laminatboden zu tun, wie ich vermute, sondern mit berechtigten Anliegen. Das ist aber hinter dieser Wand unzulässiger Wortgebilde nicht auszumachen.
Versuche doch mal ganz ohne „Freiheit“ und „Sozialismus“ auszudrücken, was du eigentlich im Kern der Aussage meinst. Dann kommen wir vielleicht zu einem gemeinsamen Nenner.
Das Wüten der Beliebigkeit in der politischen Debatte muss endlich aufhören. Das gilt für den Bundestag, das kleinste Dorfparlament, wie die Argumentationsführung in nahezu jedem politischen Statement.
Es führt zu keinem Ergebnis mit diesen Begriffen um sich tzu werfen, die vorgeben etwas zu bezeichnen, das im Kontext angeblich ausgelotet und im Wortsinn eindeutig ist. Es sind immer die gleichen Worte, die stets im Set auftauchen und rein gar nichts an Bedeutung transportieren, aber im Rundumschlag nahezu alles meinen.
Die von Dir schon wieder mit sicherem Urteil gegenüber gestellten, angeblichen Antagonisten, gehören tatsächlich zu den meistgebrauchten Begriffen aus der Retorte der Desinformation. Freiheit ist so verdammt relativ und meint in so vielen Situatuionen so viele verschiedene Zustände. Freiheit bedeutet für jeden Menschen was anderes. Das in seiner Bedeutung weit gespannt anwendbare Wort taugt im gegebenen Kontext einfach nicht zum Argument.
Ganz besonders taugt die Freiheit nicht zum Ausschlusskriterium, wenn du damit eine politische Strömung adressierst, die im Wettstreit der Parteien sowohl zugelassen ist, als auch einen großen Teil von Menschen unserer Gesellschaft beherbergt. Was ist das nur für eine Unart. Wir sind doch keine Drama-Queens. Wir suchen die Auseinandersetzug um den Konsens zu finden und wollen niemanden im Handstreich von der Diskussion ausschließen.
Freiheit taugt nicht, als Gegensatz zu einer demokratischen, politischen Bewegung, die ebenso unter vielen verschiedenen Aspekten gedeutet werden kann. Solche Totschlagbegriffe sagen nicht das Geringste aus. Das ist, wie mit der Fahne deines Lieblingsgesangsvereines herum zu wedeln. Es gibt die Freiheit der Geknechteten, wie die Freiheit, sich eine Flasche Schnaps hinter die Binde zu gießen. Das Wort Freiheit kann derart viele Zustände transportieren, dass es ganz sicher nicht als Ausschlusskriterium gegen den ebenso abstrakten Sozialismus gestellt werden kann.
RE: Merkels Masseneinwanderung