Die Überraschung liegt im Content.
Wer weiß eigentlich, was man hier tatsächlich tut? Vom Steem selbst kann man in meinem Blog nur noch selten Neues lesen. Schon von Anfang an galt es in meiner Blockchain–Clique, der „Guild Deutsch“, als eher unfein das Steem-Thema für ein Posting zu wählen. Die Gründer der Guild wollten, im Sinne der neu geschaffenen Blockchain, Schöpfer von Originalcontent belohnt sehen und nicht etwa fälschlich Kommentatoren des Steemsystems fördern.
Obgleich ich im Sinne von Qualitätscontent noch immer überzeugter Anhänger der ehrenvollen Guild–Regeln (siehe Regel Nr. 4) bin, kann ich heute nicht anders, als über den wohl wichtigsten Aspekt der Blockchain zu schreiben. Das scheint dringend nötig zu sein, weil viele Blogger auch nach drei Jahren seiner Existenz noch immer nicht wissen, was der Steem im Kern ist.
Das steht auch kaum in einer Hilfe und wenn es zufällig Mal irgendwo gelesen wird, erkennt es kaum jemand als wichtigstes Merkmal der Blockchain, dem bestimmte, zwingende Regeln entspringen. Viele spotten gar über den Begriff Original– bzw. Qualitätscontent, obwohl es genau das ist, worum es auf dem Steem tatsächlich geht. Ein Grund für diese peinliche Wissenslücke mag sein, dass die zweite Generation der Steemit Inc. selbst völlig ahnungslos ist, was das Grundanliegen des Steem sein soll. Zahlreiche Autoren, die sich in der Vergangenheit anschickten für ihre mangelhafte Steemhilfe Votes zu kassieren, haben von dem Grundkonzept auch heute noch keine blasse Ahnung und all die, die wissen was der Steem tatsächlich ist, versäumen es jene Steemians zu erhellen, die unwissend in immer die gleiche Falle tappen.
Es mangelt in der Breite aller Autoren an einem entscheidenden Basic für das Verständnis der Blockchain. Zum Glück für alle mitlesenden Ahnungslosen ist mir das gerade wieder im Kommentarbereich eines Postings von aufgefallen. Darin fragt
(64!) besorgt den guten
(52):
2 Downvotes für Deinen kurzen Kommentar. Vollkommen überflüssig. Warum machen die so etwas?
Uruguru hat keinen offensichtlich zu beanstandenden Inhalt transportiert und antwortet im Halbwissen:
…da ich alte Posts so wie von Dir beschrieben aus meinem Blog hier neu gepostet habe. Da diese zwischenzeitlich auch von Anderen kopiert und übernommen wurden und der bot nur eine copie sucht und findet, meist die Neuste, werden mir meine Posts als plagiat an den Kopf geworfen. …
Der Blogger erstarrt in der Ahnunslosigkeit seines Handelns. Genug der Vorrede, denn der weit verbreitete Denkfehler liegt bereits in der Antwort von Uruguru vor uns.
Der Steem wurde geschaffen für den einfachst möglichen, irreversiblen Eigentumsnachweis von Originalcontent. Der Steem versorgt Kreative mit einem Copyright. Neu geschaffener Content jeglicher Provenienz, wird durch einfaches Speichern auf dem Steem eindeutig einem Schöpfer, dem Eigentümer des publizierenden Accounts, zugeschrieben.
Für das Vertrauen, die Blockchain Steem als Eigentumsnachweis benutzt zu haben, erhalten Schöpfer von Originalcontent eine variable Belohnung aus dem Pool der Blockchain. Trifft der Content den Geschmack und die Kriterien von Lesern (Kuratoren!), können sie voten.
Blogger, Spötter von Qualitätscontent mit euren kopierten Memes und arm im Texte wie im Geist: Es hilft nichts! Auf dem Steem muss man nachweisen, dass man des Schreibens mächtig ist, Neues schaffen kann und vor allem, als erstes und wichtigstes Gesetz, muss man seine Publikation zuerst auf dem Steem speichern und dann erst an anderer Stelle. Zumindest, wenn man nennenswerte Votes erwartet. Handelt es sich um bereits publizierten Content, ist zwingend seine Quelle zu verlinken, selbst wenn es sich um den eigenen Blog handelt, wo der gleiche Inhalt bereits zu finden ist. Und man muss etwas Neues daraus schaffen!
Man muss zwingend Fremdmaterial referenzieren. Selbst Bilder aus Quellen, die keine Referenzierung fordern, müssen zwingend mit der Quellenangabe (LINK!!!) versehen sein. Weil eben von vornherein jeder gespeicherte Content auf der Blockchain als ORIGINALCONTENT definiert ist und daher auf unreferenzierte Bilder eventuell ein ungerechtfertigter Eigentumsanspruch erhoben wird. Daher genügt es auch nicht, Content einfach zu kopieren. Es muss zwingend ein eigener, schöpferischer Anteil des Accounthalters am Content erkenntlich sein, sonst ist es eben kein Originalcontent.
ORIGINALCONTENT = eine Neuschöpfung
QUALITÄTSCONTENT = Qualität nach Bewertung der Leser
Eigentlich ist das doch ganz einfach zu verstehen und selbst wenn man es nie verstanden hat, oder verstehen will, kann man nachäffen, was die alten Hasen tun. Wo liegt das Problem? Niemand kann einen Steem-Bot zwingen, die Grundregel der Blockchain zu ignorieren. Alle Automaten der Kuratoren folgen, ohne jede Gehässigkeit, den Regeln des Steem und nicht etwa Wunschvorstellungen von uninformierten Bloggern. Auf dem Steem kann jeder Account ungefiltert, unsortiert und in orthografischer Beliebigkeit speichern, was den Autoren gerade durch den Sinn schießt. Man sollte sich dann nur nicht beschweren, wenn man von einem Bot angeschossen, nicht gevotet, oder gar von erzürnten Kuratoren downgevotet wird.