EU gründet Blockchain-Beobachtungsstelle

Words
946
Reading
5 min
Listen
Play
9y

Europäische Kommission bringt EU-Blockchain-Beobachtungsstelle an den Start

Die EU-Kommission hat nun gemeinsam mit dem Europäischen Parlamen - allerdings lediglich repräsentiert durch den einzelnen Abgeordneten Jakob von Weizsäcker - Vorbereitungen für den Start der sogenannten Beobachtungsstelle und das Forum der EU für die Blockchain-Technologie getroffen.


flag_yellow_low.jpg
(Europäische Union)

Ziel der Beobachtungsstelle und des Forums ist es, auf wichtige Entwicklungen der Blockchain-Technologie aufmerksam zu machen, europäische Akteure zu fördern und das europäische Zusammenwirken mit den verschiedenen an Blockchain-Aktivitäten beteiligten Interessenträgern zu verstärken.

Wobei wir hier hoffen, dass es sich nicht vielmehr um eine Überwachungsmaßnahme handelt.

Die Blockchain-Technologie, bei der Informationspakete überall im Netz verteilt gespeichert werden, gilt als wichtiger Durchbruch, da sie bei Online-Geschäften ein hohes Maß an Rückverfolgbarkeit und Transparenz gewährleistet. Sie wird sich auf digitale Dienstleistungen auswirken und die Geschäftsmodelle in einer Vielzahl von Bereichen verändern, so z. B. im Gesundheits-, Versicherungs- und Finanzwesen ebenso wie im Energiesektor, in der Logistik, bei den Rechten des geistigen Eigentums oder bei öffentlichen Dienstleistungen.

Okay, die Hoffnung war verfrüht. Die scheinen da andere Ziele zu haben als die Community, welche wohl eher in die Richtung Totalüberwachung und deren vollständige Zentralisierung gehen.

Hierzu erklärte Andrus Ansip, Vizepräsident und EU-Kommissar für den digitalen Binnenmarkt: „Technologien wie Blockchain können dabei helfen, Kosten zu sparen und gleichzeitig die Zuverlässigkeit, Rückverfolgbarkeit und Sicherheit zu verbessern. Sie bieten ein ungeheures Potenzial zur Erhöhung der Sicherheit bei sozialen und wirtschaftlichen Online-Transaktionen sowie zum Schutz vor Hacker-Angriffen, und sie machen Mittelsmänner überflüssig. Wir wollen die Vielzahl der Talente und die hervorragenden neuen Unternehmen in Europa mobilisieren, um eine Region zu werden, die bei der Entwicklung und bei Investitionen im Bereich der Blockchain-Technologie weltweit führend ist.“

Ja, der Teufel steckt im Detail. Die Mittelsmänner - hier die Banken - sind tatsächlich auch der EU ein Dorn im Auge, ist sie doch von diesen bei der Aufblähung der Geldmenge zumindest zum Teil abhängig. Eine Totalüberwachung jeder einzelnen Transaktion verbunden mit der völlig unabhängigen Vermehrung der Geldmenge einschließlich deren Verteilung ist da ein gewaltiger Schritt nach vorne. Man könnte dann auch viel einfacher negative Zinssätze und Geldbenutzungsgebühren einführen. Also erstmal weg mit dem Bargeld.

Valdis Dombrovskis, Vizepräsident und EU-Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion, ergänzte: „Blockchain ist eine der vielen Technologien, die die digitale Innovation voranbringen, und sie hat das Potenzial, Finanzdienstleistungen und Märkte wirklich grundlegend zu verändern. Die Beobachtungsstelle und das Forum für Blockchain-Technologie wird die Entwicklungen verfolgen und mit ihrer Zuarbeit unser politisches Handeln unterstützen.“

camera-1793803_640.jpg
(geralt | pixabay)


Aber das ist nicht die gewünschte Richtung. Ganz im Gegenteil !

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, erklärte: „Ich halte Blockchain für eine grundlegende Neuerung und möchte, dass Europa bei der Weiterentwicklung dieser Technologie eine führende Rolle spielt. Wir müssen das richtige Umfeld hierfür schaffen, damit kein Flickenteppich unterschiedlicher Initiativen, sondern ein digitaler Binnenmarkt für Blockchain entsteht, sodass alle Bürger davon profitieren können. Die Schaffung der Beobachtungsstelle und des Forums der EU für die Blockchain-Technologie ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Und wieder: Es kann nur eine geben, beziehungsweise einen Binnenmarkt für Blockchain. Also eine die vollständig kontrolliert ist und zu deren Zugang und Nutzung man eine Erlaubnis benötigt.

Leviathan.jpg
(Thomas Hobbes’ Leviathan - Titelseite)

Innovatoren und Unternehmer in Europa bieten schon heute Blockchain-gestützte Lösungen an. Wichtige Vertreter traditioneller Sektoren wie Banken, Versicherungen, Börsen, Unternehmen der Logistik und anderer Wirtschaftszweige nehmen an entsprechenden Pilotprojekten teil. Viele Mitgliedstaaten haben ebenfalls Initiativen angekündigt und arbeiten daran, die Nutzung der Blockchain-Technologie auszuweiten.

Die Europäische Kommission möchte auf vorhandenen Initiativen aufbauen und sicherstellen, dass sie grenzübergreifend eingesetzt werden können, Expertenwissen vertiefen und die Herausforderungen angehen, die sich aus der durch Blockchain ermöglichten Entwicklung (wie Wegfall der Mittlertätigkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit oder eingebaute Rückverfolgbarkeit) ergeben.

Also in jedem Fall überall die Finger drin haben und unerwünschte Entwicklungen umlenken. Und das dritte mal hier der Hinweis auf die Wichtigkeit der Rückverfolgbarkeit und die Abschaffung jeder Form von Anonymität.

Die Beobachtungsstelle und das Forum der EU für die Blockchain-Technologie werden aktiv dazu beitragen, dass Europa die neuen Chancen dieser Technologie nutzen kann, dass Expertenwissen aufgebaut wird und dass eine führende Rolle in diesem Bereich übernommen werden kann. Ziel ist es, Informationen zu sammeln, Trends zu beobachten und zu analysieren, Herausforderungen anzugehen und das sozioökonomische Potenzial dieser neuen Technologie auszuloten. Außerdem soll eine grenzübergreifende Zusammenarbeit in Fragen der praktischen Anwendung ermöglicht werden, es soll ein offenes Forum entstehen, das die besten Experten Europas zusammenführt und in dem Blockchain-Techniker, Innovatoren, Bürger, Interessenträger aus der Wirtschaft, öffentliche Verwaltungen, Regulierer und Aufsichtsbehörden miteinander diskutieren und neue Ideen entwickeln, um in offener Weise voneinander zu lernen, sich einzubringen und Beiträge zu leisten.

Was man nicht besiegen kann, muss man versuchen zu assimilieren und sich dienstbar zu machen


(Star Trek)

Als Partner für die Öffentlichkeitsarbeit in Europa wurde im vergangenen Jahr im Wege einer Ausschreibung das weltweit tätige und nun auch in Europa etablierte Unternehmen ConsenSys ausgewählt. Als wichtiger Akteur in der Blockchain-Gemeinde wird ConsenSys großes Engagement für die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie, solides Fachwissen und Beziehungen zum weltweiten Blockchain-Netzwerk einbringen und mit einem unternehmerischen Ansatz verknüpfen, um in der EU und weltweit Kontakte zu Interessenträgern und Experten zu pflegen. Nach Unterzeichnung des Vertrags am 29. Januar 2018 wird das Unternehmen beim Betrieb der Beobachtungsstelle und des Forums eng mit der Kommission zusammenarbeiten.

ConensSys ist übrigens eines der Unternehmen bei denen Joseph Lubin von Ethereum seine Finger drin hat. Ein Schelm der Böses dabei denkt, dass die Europäische Union die Technologie und deren Nutzung von der Schweiz aus - also von außerhalb der EU - kontrollieren möchte. Von einem Finanzzentrum aus, das durch Nummernkonten und Geldwäsche bekann geworden ist und das gerade außerhalb der Jurisdiktion der Europäischen Union liegt.

Vampyroteuthis_infernalis_arms.jpg
(Vampyre Squid - Thiele in Chun, C. 1910. Die Cephalopoden)


Zitate: Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU gründet Blockchain-Beobachtungsstelle | Ecency