Also ich mag am Liebsten den unten gezeigten Typ mit 227-Gramm-Butankartuschen und habe einen davon in meinem Camper fest verbaut, einen im Staukasten. Dieser hier hat eine zuverlässige Zündsicherung - Flamme aus, Gas aus! Das ist aber NICHT der Standard bei diesem Typ Kocher (auch nicht bei "Markengeräten"), man muss also genau durchlesen, was man bestellt. Leider ist der Brunner bei Amazon gerade nicht erhältlich. Kosten: ca. 40,00 EUR.
Warum gerade dieser Typ? Es stimmt, dass insbes. Butankartuschen bei Kälte schnell den Geist aufgeben. Im Camper (da normalerweise beheizt) kein großes Thema, beim Winterzelten schon. Der Riesenvorteil dieser Kartuschen ist, dass es sie wirklich weltweit AN JEDER ECKE spottbillig gibt! Kaufhäuser, Baumärkte, Tankstellen... Sogar Tabak- und Shisha-Läden verkaufen die, weil sie wohl zum Vorglühen der Shishakohle notwendig sind. 227 g Butan halten nur etwa 2 Stunden bei großer Flamme, aber man muss eben nicht besonders viele Reservekartuschen mithaben. Kosten: Ab 0,80 EUR / Kartusche, nach oben offen. Es gibt "Wintermischungen" mit Propan bei Amazon, aber nicht notwendigerweise an der Tanke. Bei Amazon ist, wer lesen kann, klar im Vorteil :-)
Der Kocher ist äußerst standfest; auch mit einem richtig großen Topf darauf wackelt da nix, was ungemein zur Sicherheit beiträgt. Mit etwa 2.000 W Heizleistung kriegt das Ding alles ruck-zuck heiß und auch Steaks lassen sich ordentlich anbraten. Der Unterschied zum heimischen Küchenherd ist deutlich, aber mehr als akzeptabel. Das Packmaß ist natürlich entsprechend (40 x 30 x 12 cm), der Kocher ist nicht schwer (2 kg), aber für einen Rucksack eigentlich viel zu sperrig. Für einen Kofferraum jedoch nicht :-) Der von dir gezeigte Spirituskocher aus der Bootswelt hat nur etwa die halbe Heizleistung und ist auch sehr sperrig. Nix für mich.
Für das Kochen draußen ist ein Windschutz ein absolutes Muss, sonst kommt man nicht weit. Es gibt faltbare aus Aluminium, die packen schön klein. Für Camper oder Kofferraum gibt es allerlei Zubehör. Am interessantesten finde ich einen Grillaufsatz, mit dem man im Stil von koreanischen BBQ grillen kann, und einen Toasteraufsatz der echt gut funktioniert. Für ganz hartgesottene Camping-Gourmets: Dieser Kocher funktioniert auch mit dem Omnia "Backofen".
Mit 2.000 Watt kann man das Ding sogar benutzen, um seinen ganzen Camper aufzuheizen, vorausgesetzt, man hat einen CO-Alarm verbaut, gute Lüftung und Zirkulation, und bleibt wach und dabei (wie beim Kochen). Es gibt Heizstrahleraufsätze dafür, aber die Dinger sind mir zu wackelig und sie werden glühend rot im Betrieb - Feuergefahr!
Mein Budget für meine noch einzubauende Standheizung habe ich zusammen mit etlichen tausend Euro dieses Jahr für die Tierklinik meines kleinen Hundes "verheizt", also werde ich noch ein bisschen länger mit meiner Patentlösung arbeiten müssen:
Zwei kleine Schamottsteine aus dem Baumarkt, mit stählernem Lochband zu einem Paket verschraubt und einem hölzernen Griff und einem Abstellbrettchen fürs Handling tun mir gute Dienste. Die Schamottsteine auf diesen Kocher gestellt und mit großer Flamme befeuert, und der Camper (Renaut Trafic) ist in 10 Minuten mollig warm. Schamottsteine speichern Hitze, werden praktisch nicht glühend und schirmen einen Großteil der Hitze zur Decke hin ab. Die Wärme unter der Decke zirkuliere ich im Auto mit den eingebauten Ventilatoren, die auch Frischluft von der Dachluke zumischen.
Wenn das Gas zum Schlafengehen abgestellt wird, strahlen die Schamottsteine noch für lange Zeit Wärme ab, lange genug, um auch ohne Flamme gemütlich einzuschlafen. Für die Nacht reicht dann die Isolierung des Campers und der Schlafsack, zum Frühstück ist das Auto wieder ratz-fatz warm (Kaffeewasser + Schamottsteine). Man sollte allerdings eine volle Kartusche über Nacht im Schlafsack haben - kaltes Butan brennt nicht gut, siehe oben. Der Nachteil dieser Methode: Butangas ist eine feuchte Wärme mit CO2-Abgabe an die Innenluft. Gute Lüftung ist ein absolutes MUSS! Aber als Notlösung funktioniert es ganz gut.
PS für Camper-Selbstbauer: Ein großer Vorteil dieses Kochers ist, dass man keine Gasanlage ins Auto einbauen muss und die ständige Gasprüfung beim TÜV entfällt. Trotzdem hat man die Heizleistung von Gas und diese Kocher lassen sich sehr leicht mit einer kleinen Stehbolzen-Konstruktion fest und standsicher einbauen.
Wer allerdings auf die Wohnmobil-Zulassung scharf ist, wird damit häufig Probleme bekommen: Es gibt idiotischerweise KEINEN EINZIGEN dieser Kocher mit Innenraumzulassung und viele TÜV-Prüfer ziehen sich genau daran hoch! Manche sind kulant und zufrieden, dass das Teil eine Zündsicherung hat, aber eben nicht alle. Mir ist das schei..egal, weil ich meinen Camper einfach als Lkw weiterlaufen lasse; mich nicht mit diesen Bürokratentypen rumschlagen zu müssen, ist mir das Geld wert.
Dafür habe ich einen Camper, der GENAU meinen Bedürfnissen entspricht, denn meine Einbauten (da allesamt mit Bordmitteln schnell entfernbar) zählen als LADUNG. Lediglich bei meinen Küchenblock ist die gesamte Elektroinstallation wg. Entfernbarkeit über Stecker an den Rest des Autos angeschlossen - ein geringfügiger Mehraufwand.
RE: Welcher Kocher? Die alte Streitfrage