Wer sich mit der Frage beschäftigt, wie viel Zeit einem womöglich noch bleibt, treibt nicht nur Verschwendung mit selbiger, sondern vergisst oder ignoriert die Tatsache, dass eine endliche Wegstrecke nur Schritt für Schritt bewältigt werden kann. Was wahrlich nicht zu bedeuten hat, keine langfristigen Pläne mehr zu schmieden, sondern lediglich dabei einzubeziehen, dass jene Vorhaben sich durch Veränderungen rasend schnell in Luft auflösen oder übermorgen bereits irrelevant erscheinen.
Das sind zumindest die Lehren, die ich bei meinen Besuchen auf den Friedhöfen von Sarajewo bis Zagreb gezogen habe. Wenn nahezu unzählige Grabsteine mir vor Augen führen, wie ein Leben mit nur zwanzig Jahren ein Ende finden kann, versuche ich die Gegenwart als mein Wohnzimmer zu betrachten, welches ich mir so bequem wie irgend möglich einzurichten versuche.
RE: 🌱🍂 Reflektionen