Hallo Caroline,
ich hoffe, du kannst mir verzeihen, wenn ich mich gleich zu Anfang Folkers Einlassung ein paar Worte widmen möchte.
„Mei liiewer Herr Gesangsverein. Du vazeehlschd ma doo was von kää Vernissaasch. Awwer dann muss isch disch doch amool foohe, wo sonnschd, als uff ääner Vernissaasch muschde da so e Geschmalze aanheere? Isch, wenn isch debei gewään wäär, isch hädd deene Dummschwätzer an die Wand in de Garaasch genachelt, häddem noch de ald, varroschd Auspuff nääwedraan gehängt, nur dasser kontrollierd sei waarm Luft abbloose kann. Aawei heer uff. Der wäär mir geschlisch komm, der Kammeraad. Schleimt sisch ääner ab, nur weils nohäär die Schniddscher uns Ur-Pils umsonnschd gäbbd.“
So, dann hätten wir die Kleinigkeit auch erledigt.
Hättest du mich mit Fragen gefüttert, ich hätte (mit einem Blick auf den Kalender) zuerst die Rückfrage gestellt.
„Da heute Samstag ist und im saarländischen Haushalt die Stube nach frischem Kuchen duftet, würde mich brennend interessieren, was heute angeboten wird?“
Dazu sei angemerkt, dass bei einem Angebot von Wickelkranz, gedeckter Apfelkuchen mit Streusel oder einem Käsekuchen dein Kunstwerk (samt meiner Bewertung) ab nächster Woche einen festen Platz in der Tate Modern einnehmen könnte.
Um im Wohnzimmer weiter ein tristes Dasein zu führen und ständig Gefahr laufend, nicht von Folkers Farbtonexperimenten verdrängt zu werden, genügt dagegen ein Marmorkuchen, Frankfurter Kranz oder trockener Hefezopf mit verbrannten Mandelscheiben.
Aber jetzt, da ich erkennen muss zwangsläufig leer auszugehen, beuge ich trotzdem allen Eventualitäten vor und beschränke mich auf das, was ich in der Ecke des Wohnzimmers sehe, die sich ja so sehr auf Veränderung freute. Ganz ohne Kunstverstand und ohne Intelligenz sowieso:
Ich mag dein Werk betrachten, da es mir ermöglicht, all das darin zu erkennen, zu was meine Vorstellungskraft überhaupt fähig ist.
RE: "Turquoise Tendrils" - Abstract Acrylic Painting