Was die Tomatenpflanze unter der Fuchtel des Menschen betrifft, kann ihr Dasein kurz und bündig beschrieben werden: der Devise »Zucht und Ordnung« unterworfen. Sie nimmt es erstaunlich gelassen hin. Doch das hat ihren Ursprung wohl darin, dass seit Jahren an ihrem eigentlichen Wesen derart herumexperimentiert wurde, und ihren eigenen Nachwuchs sie beinahe schon selbst nicht mehr als Tomate erkennt.
Was »Keine Angst« betrifft, bleibt mir lediglich die Erkenntnis, von Daniel Ponkratz, »Danger Dan«, bereits weitaus bessere Texte vernommen zu haben. Wer benötigt eine drittklassige Anleitung zum Straßenkampf gegen „Rechts“, ohne die wahren Gründe zu formulieren, weshalb die „bösen Geister“ nun konkrete Formen annehmen? Ähnliche Anleitungen liegen mir vor, seit dem Feldzug gegen den 1000-jährigen Muff unter den Talaren bis hin zur Vernichtung des imperialistischen Establishments. Arm ist der Mensch an Geist, wenn er zur Gewalt greifen muss, um seinen Idealen näherzukommen. Die Reaktion des ZDF passt wie Faust aufs Auge zu dem überheblichen, selbstherrlichen Gebaren des deutschen Kultusministers. Offensichtlich haben sich hier Brüder im Geiste vereint. Schlechte Zeichen für die Freiheit der kulturellen und politischen Arbeit.
Die Diskussion über den Text, nach der Ausstrahlung, die hätte wirklich spannend werden können. Übrigens: Das mit der politischen Mitte habe ich noch nie versucht. Vielleicht, weil ich so furchtbar schlecht im Balancieren bin? :-) Beste Grüße!
RE: Der Song, der Kaffee und die erste rote Tomate