Mir ist schon öfters eine auf der Straße eingelegte kleine Messingtafel mit einer Inschrift aufgefallen.
Meine Nachforschungen im Internet ergaben, dass diese Gedenktafel im Rahmen der Aktion Stolpersteine angebracht wurde.
Dabei handelt es sich um ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig. Die im Boden verlegten kleinen Tafeln mit den eingravierten Namen erinnern an das Schicksal jener Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
Die Gedenktafeln werden meist vor dem letzten Wohnhaus der NS-Opfer verlegt. Hinter dieser Aktion steckt unter anderen die Intention, den Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben.
Bei diesem Projekt handelt es sich um das größte dezentralisierte Mahnmal der Welt. Der erste Stolperstein wurde im Januar 1995 in Köln, noch ohne Genehmigung durch die Behörden, verlegt. Inzwischen sind es rund 61.000 Steine in vielen europäischen Ländern.
Auf der Straße vor dem Wohnhaus in der Argentinierstraße 20 im 4. Wiener Gemeindebezirk erinnert die Gedenktafel an Lilly Lieser.
Nach dem Anschluss Österreichs im Jahre 1938 wurde ihr Vermögen arisiert, darunter ein Haus im 13. Bezirk sowie das Stadtpalais im 4. Bezirk, in dem sie bis zu ihrer Deportation wohnte.
Lilly Lieser wurde am 11. Januar 1942 nach Riga deportiert und starb dort am 3. Dezember 1943. Ihren beiden Töchtern gelang die Flucht nach England.