Ich glaube, wir sind gar nicht so weit auseinander, wie es vielleicht wirkt.
Dass wir unabhängiger von Öl- und Gasimporten werden sollten, sehe ich grundsätzlich auch als sinnvoll an. Und natürlich haben die Preisexplosionen gezeigt, wie verwundbar wir bei solchen Abhängigkeiten sind.
Was ich mich allerdings frage: Warum wird die Diskussion oft so geführt, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten – entweder man unterstützt den aktuellen Kurs vollständig oder man hat die Zusammenhänge nicht verstanden?
Wenn ich von Unternehmen oder Teilen der Gesellschaft spreche, dann denke ich an Menschen, die Veränderungen nicht nur als langfristige Investition erleben, sondern zunächst als Belastung. Höhere Energiepreise, neue Auflagen, steigende Investitionskosten oder die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz sind für viele reale Themen, selbst wenn die langfristigen Ziele sinnvoll sein mögen.
Und bei politischen Fragen bin ich grundsätzlich vorsichtig damit, Menschen mangelndes Nachdenken zu unterstellen. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass unterschiedliche Erfahrungen oft zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen. Das macht die Schlussfolgerungen nicht automatisch richtig, aber es macht die Menschen dahinter auch nicht automatisch uninformiert.
Ich denke, die eigentliche Herausforderung liegt darin, die Argumente der anderen Seite so ernst zu nehmen, wie man es von den eigenen erwartet.
Und ja, du hast es mit deinem Post geschafft, mich wieder auf eine politische Diskussion einzulassen. Dabei hatte ich mir nach meinem parteipolitischen Abschied eigentlich fest vorgenommen, genau das nicht mehr zu tun. Vielleicht zeigt das aber auch, dass manche Themen trotz allem noch zum Nachdenken anregen.
RE: Unless that has the opposite effect - Wenn das nicht das Gegenteil bewirkt