Inspiriert vom Metalweekend habe ich mir einmal Gedanken gemacht: Warum höre ich eigentlich, was ich höre?
Die Musik, die ich mag schreiten nicht über die Grenzen des guten Geschmacks, sie schlachten sie. Aber so gut mir diese Art von Musik auch gefällt, bekomme ich so etwas im echten Leben mit, widert es mich an, bin ich schockiert und wütend.
Erst einmal sollte man aufpassen, wie ernst die Thematik verkauft wird. Sub-Genres wie Gore-/Porngrind, sind schlicht Popmusik für Leute, die gern Metal hören. Die Struktur ist simpel, die Texte meisten noch simpler. Die Vocals sind so verzerrt, dass die Stimme mehr einem weiteren Instrument gleicht.
Und Mal ehrlich, bitte wer nimmt so was hier ernst?
Im Hip Hop gibt es etwas Ähnliches, Horrorcore und Gorehop … auch Splatterrap oder Death Rap. Da zieht das Argument mit den Vocals schon nicht mehr. Trotzdem, die Themen werden häufig so übertrieben und überspitzt behandelt, das es mir schwerfällt es für voll zu nehmen. Ich würde diese Art von Musik mit einem B-Movie vergleichen, unterhaltsam und billig.
Aber dann gibt es noch die wirklich beunruhigenden Werke, aus allen erdenklichen Richtungen der Musik, je nach dem wie man Musik definiert. Ambiente-Collagen aus den Schreien psychisch kranker Menschen, Lieder über Pädophelie, Suizid usw., die durchscheinen lassen das es kein Witz mehr ist.
Aber warum höre ich so was? Obwohl ich doch ganz normal zur Arbeit gehe, keine Leichen in meinem Keller hängen, friedlich bin, nicht nur Horrorfilme schaue, sondern viel mehr Krimis und Actionfilme. Allein mein Humor kommt dem nahe.
Ich habe für mich mehrere Erklärungen gefunden und ich glaube, die Lösung für mich liegt irgendwo in der Mitte. Tabubrüche faszinieren mich, mag blöd sein, aber ist halt so. Es entspannt mich, wenn ich nach einem frustrierenden Tag in der Arbeit, solche Musik höre. Jeder hat eine dunkle Seite, ich habe meine nicht weggeschoben, ich habe ihr einen Platz gegeben. Das trifft alles eher auf die Rubrik "Unverständlich" und "Verständlich" zu, was "Verstörend" angeht, so ist es für mich wie ein Extremsport. Andere springen am Bungeeseil in Schluchten, ich springe in menschliche Abgründe. Das aber kann ich nur machen, weil ich weiß, dass ich wieder rauskomme. Und noch wichtiger, "Verständlich" und "Unverständlich" gehen immer, zum Putzen, Spazieren gehen oder Zocken. "Verstörend" geht nicht immer, bei einem Sprung in die Tiefe tut man nebenher nichts anderes.
Viele glauben, dass solche Kunst abfärbt und das stimmt! Es hat mich realistischer werden lassen, an jedem schönen Sommertag, passieren auch Dinge die dunkler nicht sein könnten. Mich verfolgt es nicht, dass es so ist, aber mir ist es bewusst.