Ein Gedicht über die letzten Jahre meiner Großmutter, nach einem langen und bewusst genossenem Leben schlägt die Demenz nicht nur in den eigenen Kopf, sondern auch in die Familie, ein wie ein Meteor. Natürlich war ihr Lebensweg von Höhen und Tiefen geprägt und trotzdem möchte ich von einem erfüllten Leben sprechen.
Normalerweise versuche ich in meinen Gedichten eine klare Linie zuziehen und eine Geschichte zu erzählen, hier möchte ich es einmal genau nicht so gestalten.
Die Ordnung zieht noch einmal blank
Das sägen der Zikaden, von einer Muschelbank
Die Dimension der Option zerreißt
Ein Universum wird verschweißt
Ein Schiff gleitet über den Gottesacker
Im Wattenmeer ein toter Trucker
Der letzte Widerstand schlägt sich wacker
Memoarien flattern bunterkund
Das Ziel gebenedeit den Wundergrund
Der Scherz verzwirbelt das Bannengrau
Verschmolzener Schimmel im Brautgeschau
Windehirns gesülzter Bonnerdalken
Gaziersang schurzelt talken
Tisenfisch gerinnt zu kalten
Ein kleines Mädchen nestelt an seinem letzten Traum
Über allem wacht der Mann im Apfelbaum
(Foto mit meiner Sony Alpha 6000)