RE: RE: Warum Deflation besser wäre als Inflation / Why deflation would be better than inflation
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RE: Warum Deflation besser wäre als Inflation / Why deflation would be better than inflation

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Der Anreiz für einen Menschen Lohnarbeit nachzugehen ist Geld zu verdienen, ohne den Aufwand eines eigenen Unternehmens und das damit verbundene Risiko einzugehen.

Diese Antwort greift zu kurz.
Auch Unternehmen sind relativ neu.
Abgesehen von den Arbeiterkooperativen (hier kann man nicht von Lohnarbeit sprechen) funktionieren Unternehmen nicht ohne Arbeiter.
Warum kommt also der Mensch plötzlich auf die Idee sich eine Lohnarbeit zu suchen und plötzlich den größten Teil der Früchte seiner Arbeit jemand anderen zu geben?

Die meisten Menschen verhalten sich rational. Die ganze ökonomische Theorie baut darauf auf.

Das von Dir beschrieben Verhalten ist nicht rational. Die Menschen im frühen Kapitalismus sind gestorben wie die Fliegen, die Kinder wurden durch die Arbeit krank und missgebildet, ein großer Teil ist sowieso bald gestorben.

Niemand macht das freiwillig. Die Lebenssituation im Mittelalter ist hier in Landshut bestens dokumentiert.
Den Leuten ging es richtig gut.
Die Ernährungssituation war deutlich besser als heutzutage in den unteren Einkommensschichten.

Den Pächtern in England, die das Land der Adeligen bestellten,war vertraglich garantiert, dass ihre eigene Nahrung Vorrang hat, bevor der Adelige seinen Anteil bekommt.

So etwas tauscht man nicht gegen 16h am Tag Lärm, Gift, und Hunger.

zu 2. Was hat diese Frage mit dem Thema zu tun?

Ohne Armut keine Lohnarbeit, ohne Lohnarbeit und Monopole keine Superreichen.

Die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität hatte zur Folge, dass viel mehr Menschen ernährt werden konnten und die Kindersterblichkeit sank. Der Anstieg der Population führte dazu, dass Menschen (v.a. jüngere Brüder) auf den Höfen nicht mehr gebraucht wurden. Anstatt von den Höfen vertrieben zu werden (was sie vermutlich zu Kriminellen gemacht hätte), hatten diese die Möglichkeit sich eine Anstellung in der Stadt zu suchen.

Hier ein Bericht einer staatlichen Kommission in England aus dem Jahr 1840:

Children began their life in the coal mines at five, six, or seven years of age. Girls and women worked like boys and men; they were less than half clothed, and worked alongside men who were stark naked. There were from twelve to fourteen working hours in the twenty-four, and these were often at night. Little girls of six or eight years of age made ten to twelve trips a day up steep ladders to the surface, carrying half a hundred weight of coal in wooden buckets on their backs at each journey. Young women appeared before the commissioners when summoned from their work, dressed merely in a pair of trousers, dripping wet from the water of the mine, and already weary with the labor of the day scarcely more than begun. A common form of labor consisted of drawing on hands and knees over the inequalities of a passageway not more than two feet or twenty-eight inches high a car or tub filled with three or four hundred weight of coal, attached by a chain and hooked to a leather band around the waist.{35}

(Zitiert aus: Edward P. Cheyney, An Introduction to the Industrial and Social History of England, Macmillan, New York, 1920, pp. 243–244.)

Dass die Leute freiwillig sich diesen Zuständen ausgesetzt haben ist ein libertäres/klassisch liberales Märchen.

Also gut ich gebe die Antwort gleich selbst:
Die Kapitalisten wollten und brauchten Lohnsklaven. Also machte man das was Großunternehmen immer tun. Lobbyarbeit.
Kleine Gesetzesänderung.
Die Pächter dürfen plötzlich vom Land vertrieben werden, was jahrhundertlang nicht möglich war.
Jetzt sind sie mittellos.
Erzwungene Armut und Steuern, die in Währungsgeld zu zahlen sind, schaffen Lohnarbeit. Nicht ein freier Markt (auch hier sollten Liberale und Libertäre einmal genau nachlesen was klassische Ökonomen, die diesen Begriff eingeführt haben, wie z.B. Adam Smith, damit gemeint haben).

Wo wir aber schon bei der nächsten Frage sind:
Warum waren die Adeligen überhaupt die Eigentümer des Bodens?
Kann es in einer freien Gesellschaft überhaupt Bodeneigentum (Monopol) geben?
Handelt es sich bei Pacht für Boden nicht um unverdientes Einkommen?
Mal schaun was der Genosse Adam Smith dazu zu sagen hat:

Adam Smith:

As soon as the land of any country has all become private property, the landlords, like all other men, love to reap where they never sowed, and demand a rent even for its natural produce.

Laissez Faire: Coined by the French Physiocrats, Laissez faire meant “let us be,” free from the royal taxes shifted onto labor and industry. The Physiocratic alternative was the Single Tax (L’Impôt Unique) falling on the land held by France’s hereditary aristocracy and royal family. Adam Smith advocated such a tax on Britain’s (absentee) landlords, and subsequent economists extended it to include rentier income in general.

Freundschaft!

@stehaller: Der Anreiz für | Ecency