RE: RE: Faust wird für den Sozialismus unerträglich - Goethe ist jetzt unerwünschte Literatur...
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RE: Faust wird für den Sozialismus unerträglich - Goethe ist jetzt unerwünschte Literatur...

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Mir ist bewusst, dass linksversifft nicht zu deinem gängigen Wortschatz gehört.
Das wäre heutzutage sowieso zu wenig.
Damit lockt man keinen mehr hinter dem Ofen hervor.
Unter lingsgrünveganverschwult braucht man gar nicht erst anfangen.

Ich glaube nicht, dass Trump oder Johnson das System unterwandert haben.
Es kommen immer die an die Macht, die es braucht um das System zu stabilisieren.
Für uns ist das eben Angela Merkel.
Nicht weil irgendjemand im Hintergrund die Fäden zieht, sondern weil ein politisches System sich nahezu immer aus sich selbst heraus stabilisiert.
Mal schlägt das Pendel nach links und dann eben wieder nach rechts.
Was gestern die Mehrheitsmeinung war, kann heute oder morgen schon wieder komplett falsch sein.
In meiner Kindheit war alles was links war böse, heute ist es bei uns noch umgekehrt, aber vielleicht morgen schon wieder anders.
Wenn irgendwann der Punkt erreicht ist, dass es nicht mehr weiter geht, dann streicht eben ein Sozialdemokrat den Sozialstaat zusammen und ein grüner Außenminister verteidigt die Bombardierung eines anderen Landes.
Die Konservativen in den USA regen sich auch nur so lange über das Staatsdefizit auf, so lange ein Demokrat Präsident ist. Ist man selbst an der Macht, werden fröhlich weiter Schulden gemacht, so lange die Bondmärkte mitspielen.
Tun sie es einmal nicht mehr, dann tut man das was notwendig ist. Ganz egal welcher Partei man angehört.
Als die Sowjetunion gemerkt hat, dass ihre Planwirtschaft in die Hungerkatastrophe führt, hat man eben den Schwarzmarkt zugelassen.
Vielleicht macht in der Zukunft auch ein grüner Kanzler die Grenzen dicht und schiebt alle ab, wenn der Druck zu groß wird.
Wer weiß?
Samuel Edward Konkin III. hat immer gesagt:
"Wenn irgendwann die Libertären zu stark werden und das System gefährden, wird eben einer von der Libertarian Party Präsident und es wird sich trotzdem nichts ändern."

Will man etwas verändern, dann muss man es selber tun.
Damit meine ich aber keine illegalen Handlungen.
Wenn man der Meinung ist, es wird zu viel CO2 ausgestoßen, dann muss man eben selbst sein Verhalten ändern.
Ist man mit dem unzufrieden, was die Kinder in der Schule lernen (oder nicht lernen), dann muss man ihnen halt zusätzlich selber etwas beibringen oder beibringen lassen. Findet man es schlimm, dass Rentner nach Pfandflaschen suchen, dann drückt man ihnen eben 10€ in die Hand.
Rumschreien, demonstrieren, sich die Finger wund schreiben usw. ist dagegen Zeitverschwendung.
Wenn man sich dabei gut fühlt, kann man es machen, man braucht aber nicht zu glauben damit etwas zu erreichen.

Sollten irgendwann die Menschen anfangen, sich um sich selbst und ihre Mitmenschen zu kümmern, anstatt um die Politik, könnten wir tatsächlich paradiesische Zustände haben.
Davon sind wir leider heute weit entfernt.
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs dachte ich für eine kurze Zeit es könnte bald soweit sein. War wohl nichts.
Teile meiner Vorfahren, die in der Zwischenkriegszeit im Niemandsland zwischen Bayern und der CSSR gelebt haben, hatten diesen Zustand für eine lange Zeit.
Man hatte diesen Landstrich ganz einfach vergessen.
Leider kam dann bald die ganz große Katastrophe...