Die Fiat-backed stable coins wirken auf mich alle wie alter Wein in neuen Schläuchen. Sie widersprechen elementar dem Geist der Dezentralität bei Krypto.
Tether ist wohl der schlimmste Vertreter hier. Absolut zentralisiert, intransparent und nicht vertrauenswürdig wie schon bewiesen.
Die Aussicht damit Trading-Profitte zu generieren lässt die Leute aber über die Risiken hinwegschauen und so verwenden sie den Tether eben solange bis er platzt... und das wird er irgendwann.
Es erinnert mich ein wenig an Mt.GOX. Zentral, intransparent und viel zu gross. Als die Börse platzte war das Geschrei gross und der Bitcoin Kurs stürzte ab. Aber danach dezentraisierte sich der Bitcoin Handel und der Preis war viel stabiler und stieg fortan langsam aber kontinuierlich.
Womöglich steht und dieser Vorgang ein zweites mal bevor.
Ich finde den dezentralen stablecoin DAI sehr vielversprechend.
Die Feuerprobe für jeden Stable-coin ist immer ein Bärenmarkt.
Dai wurde im Krypto-Winter 2017 geboren und hat überlebt.
Damit hat er hat bewiesen dass er funktioniert.
Leider ist die Liquidität nicht so hoch wie bei Tether, weil er nunmal dezentral erzeugt wird und nicht nachfrageorientiert produziert werden kann wie Tether.
Daher fällt der Kurs schon mal in Zeiten hoher Bitcoinvolatilität um teilweise sogar 10%.
Lässt die Volatilität nach pendelt er sich wieder bei 1$ ein.
Damit eignet er sich als Dollar Wertspeicher, aber nicht zum High frequency trading. Da hat Tether die Nase vorn..solange die Nase noch dran ist jedenfalls.
Dai braucht keine Bankkonten, da er mit Etherium und in letzter Reserve auch durch den Maker-Token besichert ist.
Völlig frei und dezentral eben.
So frei schwebend, dass er von U.S. Bürgern aber nicht gehandelt werden darf.
Die dürfen anscheinend nur kotrollierbare, zentrale Dollar und Dollar Token besitzen, was ebenfalls zu erklären hilft, warum der Dai nicht schon längst den Tether verträngt hat.
Auf Bittrex zb. dürfen Nutzer, die als Staatsbürgerschaft die Amerikanische angegeben haben, DAI nicht handeln, alle anderen schon.
Poloniex hat den Dai erst gar nicht im Programm.
Auch Dienste die mit USA zu tun haben können ihn deshalb wohl auch nicht verwenden. Wirex zb. als Europäisches Unternehmen tut es mit Erfolg.
Ich hoffe es werden viele folgen und den Tether langsam verträngen bevor es zur Katastrophe wie bei Mt.Gox kommt.
Ich persönlich hätte grosse Bauchschmerzen Teher längerfristig zu halten.
Bei Dai habe ich gar keine Bedenken.
Stable bedeutet aber natürlich nur Dollar-stable und nicht wertstabil.
Langfristig wertstabil ist Gold. Langfristig sinkt die Kaufkraft des Dollars schon immer (und letztlich bis auf null).
Kurzfristig ist die Volatilität von Bitcoin aber öfters viel höher, sodass sich mit DollarStable coins Trading-Gewinne realisieren lassen.
Es gab schon einmal einen dezentralen stable coin das NuBit.
Die haben die Feuerprobe aber nicht bestanden und konnten das Dollar-Peg nicht aufrecht erhalten. Das Coin gibt es noch, aber liegt heute bei wenigen Cents.
Wie der Dai genau funktioniert wäre hier zu lang ist aber ein sehr spannendes und faszinierendes Thema für sich.
Womöglich wird sich der Dai erst dann auf breiter Front durchsetzen können wenn der Tether geplatzt ist und seinen Schaden (KryptoWinter) angerichtet hat.
Aber wer dann Dai hat kann zummindest günstig nachkaufen ;)
RE: Stablecoin: Können die Krypto-Märkte ohne sie überleben?