Einigen wird früher oder später sicherlich aufgefallen sein, daß ich vor ein paar Wochen längere Zeit lang nichts hochgeladen und dann nur mehr oder weniger unregelmäßig wieder den Betrieb aufgenommen habe.
Der Grund waren, wie ich schon mal in einem Blogeintrag schrieb, ernsthafte gesundheitliche Probleme.
Damit zumindest teilweise klar ist, was genau es sich damit auf sich hat, möchte ich mal kurz darauf eingehen.
Es ist so ein Thema auf das ich nur sehr ungerne eingehe und mich deshalb auch sehr lange damit hadern ließ, ich das hier jemals öffentlich erklären soll.
Leider ist es so, daß mich im Frühjahr der Typ 1 Diabetes erwischte und ich fortan damit leben musste. Um genau zu sein erwischte es mich quasi pünktlich zu Beginn der Osterferien 2009. Tja, kaum fingen die Ferien an, schon landete ich am Montagnachmittag im Krankenhaus. Selbst eine der Krankenschwestern dort sagte sinngemäß, daß es sehr ärgerlich sei, kaum daß die Ferien anfingen, und schon muss ich auf unbestimmte Zeit im KH die Zeit verbringen
Glücklichwerweise erholte ich mich relativ schnell und konnte schon am nächsten Donnerstag wieder raus. Alles war sehr gut eingestellt und die weiteren Jahre liefen mehr oder weniger ohne Probleme
Nur war das Problem, daß je länger ich diesen Diabetes hatte, es umso mehr eine Kunst wurde, alles im Griff zu behalten. Das führte in den letzten Jahren immer häufiger zu überhöhten Werten weil zeitweise immer wieder etwas mehr Insulin als erwartet nötig war.
Irgendwann leider eskalierte das ganze in einer Ketoazidose im Dezember des letzten Jahres und ich musste ins Krankenhaus und dort in die Intensivstation gebracht werden weil die Situation schon sehr akut war.
Das geschah in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember, also ärgerlicherweise kurz vor Weihnachten. Die Aussichten, am Heiligabend wieder entlassen zu werden standen nicht gut. Das Problem für mich war auch, daß zu dieser Zeit im Krankenhaus aufgrund der kommenden Feiertage kaum noch "Normalbetrieb" herrschte und deshalb eher wenig passierte. Am 24., also nach gut 3 Tagen fast nur im Bett liegen, war ich schon wieder so fit, daß ich eigentlich keine ernsthaften Probleme mehr hatte und genauso gut auch wieder nach Hause könnte. Nur wollte man das eigentlich nicht. Ich konnte das KH nur deswegen noch am 24. verlassen, weil ich auf Selbstentlassung bestand.
Nur widerwillig ließ man sich drauf ein. "Ein Krankenhaus ist kein Gefängnis" wie das der zu der Zeit tätige Chefarzt mir auf erklärte.
Als ich wieder daheim war, ging es mir soweit auch wieder relativ gut. Nur der Diabetes machte mir im Laufe der Wochen wieder Probleme was dazu führte, daß ich gegen Mitte Februar, also "erst" vor einigen Wochen zum wiederholten male mit einer völligen Übersäuerung und schweren Azetonvergiftung ins Krankenhaus und da wieder auf die Intensivstation musste. Gleiches Zimmer, gleiches Personal, ganz tolle Wurst...
Es war mir schon peinlich, daß die Schwestern und Ärzte mich wiedererkannten. "Habe ich Sie nicht schon mal hier gesehen?" fragte mich eine, ich sagte "Ja, im Dezember..."
Auch diesmal fand das in der Nacht statt.
Dieses zweite Mal war leider noch schlimmer als der erste unfreiwillige Besuch im Dezember.
Meine Blutwerte waren diesmal so abartig schlecht, so schlechte Werte haben die Ärzte laut eigenen Aussagen schon ewig nicht mehr gesehen. Es bestand sogar Lebensgefahr für mich. Ich hätte genauso gut auch schon tot sein können so schlecht wie es mir mit an diesem Tag wieder ging.
Tja, Diabetes kann schon wirklich sehr diabolisch sein, weshalb ich das nicht ohne einen ernsten Hintergrund auch als "Diaboletes" bezeichne. Ja, das ist wahrlich diabolisch. Da lag ich nun wieder auf der Intensivstation, am linken Arm eine Nadel, am Rechten Arm eine Nadel mit Infusion und an der Schlagader am rechten Handgelenk noch eine Nadel. Blutdruckmessmanschette am linken Arm, Pulsmessdingenskirchen an einem Finger der linken Hand und gefühlt zahllose Kabel fürs EKG. So ist man natürlich an Bett gefesselt und kann überhaupt nicht frei herumlaufen. Man kann sich sicherlich denken, daß es so eine Herausforderung sein kann, irgendwie um den Tag zu kommen und sich die Zeit tot zu schlagen. Ein wenig hier und da mal am Smartphone was im Internet lesen, ein wenig am Smartphone spielen und dann und wann mal ein wenig vor sich hin dösen, mehr war nicht wirklich drin.
Nach 2,5 Tagen konnte ich endlich auf die normale Station verlegt werden. Ich wurde endlich das verdammte EKG und die Nadeln und was nicht alles los und konnte endlich wieder mehr oder weniger frei herumlaufen.
Nach insgesamt 9 Tagen Krankenhaus konnte ich endlich (wieder) entlassen werden.
Nun bin ich also seit einiger Zeit wieder daheim. Leider ist es seitdem aber so, daß ich von all dem ganzen Mist noch teils ziemlich fertig bin und mich immer noch von dem ganzen Mist der da im Februar vorgefallen ist, erholen muss.
Mittlerweile habe ich das allermeiste wieder relativ gut in den Griff bekommen, nur bin ich immer noch etwas geschwächt, hatte durch die gesundheitlichen Probleme leider doch etwas stark abgebaut um es mal so zu sagen.
Die Folge davon ist dann, daß ich bezüglich der Let's Plays für einige Zeit etwas kürzer treten und dann und wann mal eine kleine Pause einlegen muss. Vielleicht kann ich in ein oder zwei Monaten oder wann auch immer wieder den Normalbetrieb aufnehmen und wieder auch mal länger als eine Stunde am Stück aufnehmen.
Und beim Typ 1 Diabetes, dem Diaboletes (diabolisch...) wäre es nur allzu schön, wenn man davon endlich wirklich vollständig geheilt werden könnte. Nur hat die Pharmaindustrie absolut KEIN Interesse. Weshalb denn?
Ganz einfach: Damit lässt sich unglaublich viel Geld scheffeln.
Ginge es nach den Pharmariesen, müssten alle 7 Milliarden Menschen chronisch krank sein, denn nur ein kranker Mensch ist ein guter Patient und somit ein guter Kunde. Es wäre für die Pharmariesen ein absoluter Skandal, gäbe es ein universelles Allheilmittel.
Von daher denke ich leider nicht, daß sich da was großartig ändern wird...
Soweit also im Groben zur Erklärung zu meinen derzeitigen gesundheitlichen Problemen die ich ansprach.
Wie schon geschrieben, ich rede nur ungern darüber. Aber andererseits will ich auch nicht, daß sich da einer sonstwas denkt was am Ende vielleicht völliger Quatsch ist.
Vielleicht schreibe ich irgendwann mehr dazu.
Bis dahin werde ich mein Bestes geben und soweit es mir möglich ist, weiter Let's Plays und vielleicht auch andere Videos wie Linux-Tutorials rausbringen.