Hessensause statt Sachsenbrause

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Kurze Rückmeldung aus dem Vollsuff-Koma

Die Eintracht hat die Bullen auf die Hörner genommen

Fussball ist hier in Paraguay oder allgemein in Südamerika die noch verbreiterte Religion, wie die der Vatikan Anhänger. Mein Barrio ist schwarz-weiss, sprich voller "Olimpionistas", den Anhängern von "Club Olimpia", quasi dem FC Bayern von Paraguay. Der Mannschaftskapitän von Olimpia, Roque Santa Cruz, dürfte dem einen oder anderem Fussball Interessierten wohl bekannt sein. Der reisst hier selbst im stolzen Alter von 38 Jahren noch die Bäume aus.

Aber zurück zur gestrigen Spontanparty. Sowohl Olimpia, als auch die Frankfurter Eintracht haben gestern gespielt und die Nachbarschaft weiß, dass ich als Frankfurter Kind natürlich SGE Anhänger bin und die wissen zum Teil besser Bescheid, was im europäischen Fussball so passiert, wie ich es tue. Ganz so fanatisch bin ich da ja nicht.

Gestern Vormittag stand dann auf einmal mein Nachbar vor der Tür und teilte mir mit, dass im hiesigen Sportsender das Spiel Frankfurt gegen den Tabellenführer Leipzig übertragen wird und ob ich mir das anschauen möchte. Für meine Nachbarschaft war es quasi wie ein Warm-up, denn Olimpia hat dann am frühen Abend gespielt.

Ich bin ja schon seit 2006 Fernsehfrei und das hat sich hier auch nicht geändert. Also nahm ich die Einladung gerne an.

Selbst als eingefleischter SGE Fan bleibt man doch realisitisch und gegen Leipzig wäre man mit einem Unentschieden schon sehr froh gewesen, aber eine 2:0 Sieg gegen den Leipziger Retortenclub hätte man dann doch nicht für möglich gehalten. Unverhofft kommt oft und man hat sich zusammen mit mir darüber gefreut, als hätte Paraguay gerade die Fussball WM gewonnen.

Ich trinke ja seit Jahren keinen Alkohol mehr, was den Rest der Truppe natürlich nicht stört. Dann bleibt schliesslich auch mehr für die anderen Beteiligten übrig. Nach dem Spiel hat man mich aber quasi dazu genötigt, wenigstens ein kleines Bierchen auf diesen Sieg zu trinken. Meine Ausrede, dass ich als Hesse einen Äppler einem Bier defintiv vorziehen würde hat mir dann auch nicht geholfen.

Die Chefin des Hauses hat dann nämlich ganz geschwind eine Flasche Cidre aufgetrieben, die wohl noch aus dem Silvesterbestand übrig war. Cidre ist eine Art Apfelwein, nur eben Sekt ähnlich mit viel höherem Sprudelblasen Anteil und hier besonders an Weihnachten oder Silvester sehr populär.

Nun gut. Diese Einladung und Gastfreundschaft extra für mich diese Flasche zu köpfen, abzulehnen, wäre äusserst unhöflich gewesen und wer will es sich schon mit seiner Nachbarschaft verkacken? Besonders in einem Land in dem deine Nachbarschaft dein Rückhalt, deine Ersatz-Familie und notfalls auch deine Sozialversicherung ist.

Also dann - rein mit zwei Gläschen Apfelwein-Ersatz. Bei dröhnender Musik und ausgelassener Feierstimmung. Vor 20 Jahren hätte ich davon 2 Kisten vernichtet und hätte danach erst mal alle Besoffenen der Partysause nach Hause gefahren. Wenn man schon Jahre lang keinen Alkohol mehr getrunken hat, dann wirken 2 solche Gläser allerdings schon etwas anders.

Fazit der Veranstaltung

Lustig, lustig Trallalala - Ole, Ole - nur die SGE :)