Schönen Abend liebe Steemer!
Heute nun der zweite Teil über Gut und Böse. Hier geht es zum ersten Teil. Wie schon im ersten Teil erklärt, gehe ich Schritt für Schritt vor. Daher die Bitte um Rücksichtnahme, dass ich die Welt nicht gleich "aus den Angeln hebe". :)
Ansonsten viel Interesse beim Lesen!
Es gibt heute Vorstellungen welche die Meinung vertreten, dass alle bösen oder auch schlechten Taten, nur aus einer Verkettung von Missverständnissen entstehen würde. Generell scheint dabei der Grundgedanke vorzuherrschen, dass man einerseits allen MIssverständnissen auf die Schliche kommen kann. Und andererseits, dass man diese dann auch auflösen kann.
Zum Teil ist das sicher richtig. Es kommt ja häufiger vor, den je eigenen Wissens- und Kenntnisstand beim Gegenüber voraus zu setzen. Oder, wenn man unter einem Begriff, je etwas anderes versteht und dadurch tatsächlich aneinander vorbei redet.
Auf diese Weise entstehen in der Tat viele Missverständnisse.
Ein weiteres Problemfeld sind auch übersteigerte Erwartungen. Oder auch zu große Rücksichtnahme. In beiden Fällen kommt es leicht vor, dass man dann in der einen oder anderen Art enttäuscht wird. Diese Enttäuschung führt zu falschen Schlußfolgerunge, da sie ja auf einem Missverständnis beruht, und damit zu Trugschlüssen. Und diese wiederum können uns zu bösen Taten verführen, ja.
Ein weiteres Themenfeld ist die Sozialisation. Also die Gemeinschaft in der man aufwächst. Im Grunde geht man dabei davon aus, dass auch hier nur ein MIssverständnis vorliegt. Denn bei der "richtigen" Sozialisation wäre die Tat natürlich nicht geschehen. Da drängt sich einem dann unweigerlich die Frage auf, was das den ist, die "richtige" Sozialisation. Und wer entscheidet darüber, wenn es keine übergeordneten Instanzen gibt.
Gleichwohl gibt es Taten die eben nicht aus einem Missverständnis entspringen und welche auch nichts mit der jeweiligen Umgebung zu tun haben.
Nehmen wir als konkretes Beispiel eine Vergewaltigung. Natürlich ist es denkbar, und kommt auch so vor, dass er etwas anderes meint, will, hineininterpretiert als sie. Doch früher oder später kommt der Punkt wo es keine Missverständnisse mehr gibt. Wenn sie Sex will, wird sie sich nicht wehren, wenn sie keinen Sex will sehr wohl! Dieses Prozedere kommt übrigens auch völlig ohne Worte aus.
Und meines Wissens gibt es auch keine Gemeinschaft in der Vergewaltigung als gut angesehen wird. Daher fällt die Sozialisation auch flach.
Wo ist also das Missverständnis?
Oder man denke an Mord, Raub, Brandstiftung, Körperverletzung, Betrug, usw.
Natürlich gilt dies nicht nur für Straftaten. Man denke zum Beispiel an den politischen Bereich, und hier vor allem an Propaganda, Doktrin und Täuschung. Dazu muss man auch nicht in die Vergangenheit schauen. Die Gegenwart wartet mit genug Beispielen auf!
Trugschlüsse und falsche Schlussfolgerungen wohin man schaut. Und es ist ja auch schwer dem zu entgehen, denn wer weiß schon alles? Insofern also kein Wunder wenn man mal falsch abbiegt.
Und dennoch kommt auch im Politischen der Punkt wo man sagen muss, „bis hierher und nicht weiter“. Manche Taten sind kein Missverständnis, sie sind gewollt und/oder geduldet. Man kann sich immer täuschen, getäuscht werden. Doch ab einem Punkt LÄSST man sich täuschen.
Gerade deshalb ist ja Vorsicht so wichtig bei Entscheidungen.
Man kann also konstatieren, dass das Böse sehr wohl ein Missverständnis sein kann.
Die Betonung liegt auf KANN!
Vielen Dank für euer Interesse!
Parzifal