Schönen Nachmittag liebe Steemer!
Ich komme nun zum zweiten, dritten Teil, über Gut und Böse.
Hier geht es zu den Teilen 1, 2 und 3-1.
Jeder ist herzlich eingeladen sich zu äußern, Antworten kommen so schnell als möglich. Ansonsten viel Interesse beim Lesen!
Foto von mir. Bluntautal.
Es geht um die Frage, ob Gut und Böse nur vom Menschen stammen, nur in menschlichen Belangen vorkommen, nur menschliche Werte sind, oder nicht.
Hier wird es in der Tat heikel. Zwar scheint es sich um die gleiche Frage zu handeln, ob Gut und Böse reine Konstrukte wären. Doch sie geht bedeutend tiefer!
Zuerst müssen wir dazu eine weitere Frage beantworten. Nämlich die, ob Tiere und Pflanzen beseelt sind, also eine Seele haben.
Die Frage ist deshalb wichtig, weil sie auch die Antwort gibt auf die Frage, ob Tiere und Pflanzen einem, wie auch immer gearteten, Sittengesetz unterworfen sind.
Haben also Tiere und Pflanzen eine Seele? Nein!
Nein aus drei Gründen.
weil Tiere keinerlei Anzeichen haben über ein Bewusstsein zu verfügen. Meiner Meinung nach wird oft Intelligenz mit Bewusstsein vertauscht (ein Fehler den wir bei der Frage KI oftmals wiederholen).
Ein Bewusstsein setzt ja voraus, dass ich mir meiner selbst bewusst bin, also begreife was um mich geschieht, wer ich bin, was ich tue. Woher ich komme, wohin ich gehe. So ist z.B. das Fehlen von jeglichem Totenkult, ein sehr aussagekräftiges Beispiel dafür, wie unbewusst Tiere sind. Für sie gibt es ganz offensichtlich keine Erinnerung an Verstorbene. Und auch kein Verständnis für den Tot selbst.
Hier muss man auch vorsichtig sein. Wenn eine Tierart hier ein bisschen was tut. Die andere wieder ein bisschen was tut, so ist dies kein Beweis. Ein Beweis wäre es erst wenn man ein Tier, und zwar in freier Wildbahn und nicht im Zoo oder Labor, beobachten könnte wie sie eine Art Totenkult pflegen. Denn, zu wissen das man stirbt, setzt voraus das ich mir meiner selbst, meiner Endlichkeit, bewusst bin.
wegen der Evolutionstheorie selbst.
Nehmen wir also an die Evolutionstheorie wäre auch auf den Menschen anwendbar.
Ist dies so, so hat sich der Mensch aus dem Tier entwickelt. Hat sich der Mensch aus dem Tier entwickelt, so müsste sich auch sein Bewusstsein aus der Tierwelt entwickelt haben. Denn der Unterschied zwischen Tier und Mensch ist nicht der aufrechte Gang, sondern das Bewusstsein!
Wenn das nun so ist, dass sich das Bewusstsein aus der Tierwelt entwickelt hat, so bedeutet dies weiter, dass die Tierwelt, und im weitesten auch die gesamte Natur, die Fähigkeit besitzt, ein Bewusstsein zu entwickeln.
Das Problem ist jetzt folgendes. Wenn dem so ist, welcher Umstand musste eintreten damit der eine Teil der menschlichen Vorfahren ein Bewusstsein entwickelte (das sind wir) und der andere nicht (das wären die Menschenaffen)?
Denn die Theorie besagt ja, wir hätten zusammen mit den Menschenaffen einen gemeinsamen Vorfahren. Von dem man bis heute übrigens nicht den Hauch einer Spur gefunden hat, weswegen man ihn auch als „missing link“ bezeichnet. Das heißt nichts anderes als dass wir etwas für wahr erachten, dass wir noch nicht mal beweisen können. Ein typisches Problem, wenn man Fakten anhand von Theorien auflistet, anstelle das man Theorien anhand von Fakten aufstellt!
Dabei spielt es keine Rolle ob Selektion, Isolation oder Mutation. Wer sich mal mit Erdgeschichte befasst, merkt schnell, dass alles schon mal da war. Und zwar mehrmals. Ein solch singuläres Ereignis gibt es eben nicht, zumindest kein wissenschaftliches.
Dazu kommt noch ein weiteres Problem. Hat sich der Mensch aus der Natur entwickelt, so müsste es auch anderes bewusstes Leben auf der Erde geben, bzw. man müsste Spuren davon finden. Meines Wissens hat man solche Spuren allerdings nur von Menschen gefunden.
weil die Natur ganz offensichtlich keinem Sittengesetz untergeordnet ist.
Man behauptet ja gerne, dass der Mensch so gewalttätig ist. Was ja grundsätzlich auch stimmt. Doch die Natur ist noch um ein Vielfaches grausamer. Dabei spielt es noch nicht einmal eine Rolle ob Tier- oder Pflanzenwelt.
Nehmen wir das Beispiel Knut der Eisbär. Seine Mutter hatte ihn und seinen Bruder verstoßen. Warum? Weil Tiere oftmals ihre kranken Kinder sterben lassen. So auch hier. Deswegen starb Knut auch schon mit vier Jahren an einer Hirnerkrankung. Seine Mutter wusste das schon bei seiner Geburt! Und da die Natur danach strebt zu wachsen und zu gedeihen, nimmt sie auf Schwäche keinerlei Rücksicht. Übertragen auf den Menschen würden wir von Euthanasie sprechen!
Und selbst die Pflanzen konkurrieren um das Sonnenlicht. Eine jede ist bestrebt die andere zu überwuchern, ihr das Sonnenlicht zu rauben. Worauf die eine gedeiht, die andere eingeht. Übertragen auf den Menschen würden wir von Verhungern sprechen!
Wer es nicht glaubt der gehe einfach, nur mit dem Gewand am Leib in die freie Natur und versuche zu überleben. Dann merkt er erstmal warum die Menschen die Natur Jahrtausendelang gefürchtet haben!
Und nein. Das ist kein Plädoyer für Umweltverschmutzung und Raubbau!!!
Doch man sollte auch die Kirche im Dorf lassen!
Man kann also festhalten, dass Tiere und Pflanzen unbeseelt sind. Daher ist die Frage ganz klar mit JA, zu beantworten. Gut und Böse sind rein menschliche Werte.
Rein menschlich insofern, als es um die Wertigkeit geht. Doch die betreffenden Taten sind in der gesamten Schöpfung vorhanden.
Der Unterschied liegt in der Seele. Denn die Seele setzt uns sittlich höher als die Natur. Daher habe ich auch die Auffassung, dass der Mensch sehr wohl die Krone der Schöpfung ist. Doch diese Höherstellung, nicht Höherwertigkeit (sic!), hat auch seinen Preis. Und dieser heißt Gut und Böse!
Danke für eure Aufmerksamkeit!
Parzifal