Guten Abend liebe Steemer!
Der Frühling ist ja bekanntlich die Zeit der Erwachenden Gefühle, Liebe, Lust und Leidenschaft. April ist, nicht mehr lange bis zum Wonnemonat Mai. In solch einer Stimmung kann man sich schwer anderen Gedanken hingeben. Weswegen ich es gleich gar nicht versuche sondern mir den einen oder andere Gedanken über das Herz gemacht habe.
Viel Gewinn beim Lesen!
Das schöne Herz
Schön ist, was selten ist.
Was also ist schön?
Was, also, ist ein schönes Herz,
oder ist es gar ein schlechter Scherz?
Ist ein Herz also schön,
das nie eine Narbe hat geseh´n,
das nie gefühlt den Schmerz,
so unbequem,
ist solch ein Herz tatsächlich angenehm,
ist solches den heut´ selten,
wo so viele die Verletzung scheuten?
Und mit Verletzung mein´ ich nicht,
Kratzer, Schnitte und dergleichen Mist,
ich sprech´ von Wunden die ans Eingemachte geh´n,
die Verzweiflung, Schock und Grauen hab´n geseh´n,
die dich bis ins Mark erschüttern,
und die Seele leicht verbittern.
Solch ein Herz ist nicht von Schönheit schwer,
den es brennt wie Luzifer,
kennt nur den Himmel,
nichts weiter mehr,
es schätzt ihn nicht,
weil´s nur diesen kennt,
verkennt,
welch großes Glück es von der Gegenseite trennt,
von Hochmut ist dies Herzen schwer,
den Strick, den dreht´s sich selbst,
mehr und mehr.
So denke ich bei mir,
was ist den dann ein schönes Herz,
ist es eins das strahlend schön,
als wärs aus gülden Erz,
oder doch ein Herz aus Stein,
oder sollt´ es mächtig sein,
derlei dachte ich bei mir,
und besah,
ob äußerliches Segen sei, oder doch Gefahr,
da wollt´ ich schon laut schallen,
das kanns ja wohl nicht sein,
wär´s Äußerliches ganz allein.
Denn meine inn´re Stimme mahnte mich sogleich,
nicht zu verdammen, äußeres Geleit,
alles was ist Innen schön,
strahlt ja nach Außen, gar angenehm,
wo´s sich in uns´rer Zeit dann heute spießt,
ist die Kunst das Außen zu drapieren,
um sich dabei nicht zu genieren,
man könnt´ ja ohn´ Problem, sonst seh´n,
das Innere ist das Gegenteil von angenehm,
so täuscht uns dies nur allzu leicht,
weiss unser Aug´ ja meistens nicht bescheid.
Was könnte es noch sein,
aus was ein schönes Herz besteht,
wie wäre es wär es berühmt,
erschallt sein Loblied vielgerühmt,
wo können viele sich nur irren,
wo Geist und Wissen sich zusammen finden,
muss dies Herz doch was getan haben,
das man es lobt so ohne zagen,
doch was sind diese Taten wahrlich wert,
was sollen 3, 4 Taten ein ganzes Leben wiegen auf,
freilich gibt es diese Arten,
nennt man Helden, Heilige,
doch sind sie spärlich gesät in allen Sparten,
berühmt ist man doch heute nur,
wer sagt was eh schon alle wissen,
gäbs Helden, Heilige in Hollywood zu Hauf,
diese Welt, sie nähme einen and´ren Lauf.
Wie bei der Schönheit täuscht uns dann,
täuscht uns dann des Ruhmes Klang,
Ruhm, wie auch das Äußere,
scheinen beide mir gar fein zu sein,
wenns bei einem Herzen daran nicht gebricht,
nicht gebricht, doch reicht es nicht,
reicht beides nicht hin zu gewähren,
ein Herz als ´schön´ dann zu verehren.
Gibt noch vieles anderes das sei ein ´Muss`,
und macht uns doch nur leicht Verdruss,
da wär´ die Stärke auch dabei,
da bildet sich so mancher etwas ein,
das ein starkes,
wär´ ein schönes Herz.
Oder auch ein kaltes Herz,
das so tut als wäre es aus Erz,
das so tut als würd´ es über allem steh´n,
und ist doch nur, als ignorant dann anzuseh´n.
Mit dem reichen Herzen ist es ebenso,
und auch das erfolgreiche, das wird nicht froh,
auch wenns von Wissen und Erfahrung überquillt,
ist solchem Herz, das Prädikat ´schön´, nicht zugestellt.
Ich denk´ und fürcht´,
oder fürcht´ ich das ich denk´,
das sie alle sich hier irren,
verirren,
in, Einseitigkeit,
und unterschätzen das Ausmaß von dem Lauf,
dem wirren.
Denn ich versteh´ die Sache so,
das alles ist ein Teil von allem,
zu uns´rem Wesen gehören all´ die Qualitäten und Prädikate doch dazu,
die Wunde wie die Schönheit ist dem Herzen nicht tabu,
natürlich mag der eine dies,
der and´re das mehr präferieren,
doch letztlich kann keiner sagen,
das dies oder das, führt zum jubilieren,
denn für jede Sach´ schlägt seine Zeit,
jede Sach´, für was bestimmtes ist geweiht.
So würd´ich also sagen,
ein schönes Herz,
das muss es wagen,
wagen, es allein es selbst zu sein,
mit allem was dazu gehört,
und all´ ihr Qualitäten,
derer ich hier nicht gedacht,
seid, mitnichten, ausgelacht,
ich freue mich auf jenen Tag,
wo euer Anblick, mein Auge labt.
Parzifal