Auf dem Weg vom Brandenburger Tor über die Museumsinsel in Richtung Prenzlauer Berg bin ich über dieses Schmuckstück gestolpert. Natürlich halte ich meinen Prachtkörper nach wie vor in Bewegung, also erkunde ich Berlin natürlich zu Fuß. Das besetzte Wohnhaus in der Linienstraße 206/ Ecke Kleine Rosenthaler Straße in Mitte wurde schon zahlreich fotografiert, das hat mich aber nicht davon abgehalten, eine weitere Momentaufnahme festzuhalten.
In der Linienstraße stehen mittlerweile luxussanierte Altbauten neben teuren Neubauten. Boutiquen, Restaurants und Galerien dominieren die Szenerie und man spürt den neuen Wind, der durch die von Touristen und Hipstern bevölkerte Mitte unweit des Rosenthaler Platzes weht. Wie ein Relikt aus alten Zeiten stand dort lange das 1990 besetzte Haus an der Ecke Kleine Rosenthaler Straße. Die graue und zerschlissene Fassade, mit Transparenten und Schriftzügen übersät, passte nicht mehr ins luxuriöse Ambiente des Berliner Stadtzentrums. Die Spekulationsgeschichte des Hauses liest sich wie ein Gentrifizierungskrimi. 2016, kurz vor der Räumung, sagte ein Bewohner, allein dass es das Haus in dieser Gegend noch gebe, sei politisch. Quelle
Interessant ist insbesondere der Kontrast, in welchem dieses Haus steht. Inmitten von luxussanierten Altbauten neben teuren Neubauten ragt dieses Gebäude wie ein Mittelfinger empor. Berlin ist schön und hässlich zu gleich und vor allem stets in Bewegung. Bei jedem Besuch entdecke ich etwas Neues. Berlin ist für mich Freude, Erholung und Inspiration.
Berlin ist meine Muse.