Hi, ich wollte euch jetzt mal so nach und nach über unseren Stand in Sachen Auswanderung auf dem laufenden halten.
Wie weit wir sind, was alles in Vorbereitung ist etc..
Wir sind ja jetzt noch von der Emscher an die Mosel gezogen, was leider erst nicht geplant war, aber uns in einigen Hinsichten trotzdem zu Gute kommt.
Wir können nämlich so in Ruhe das Haus verkaufen.
Martin hat Intern den Standort in seiner Firma gewechselt hat. Uns hält eh nicht wirklich viel im Ruhrgebiet, außer natürlich Familie und Freunde. Wir wollten schon immer da weg.
Ich musste dementsprechend auch kündigen, aber bin sehr zuversichtlich schnell einen neuen Job zu finden.
An den Wochenenden sind wir noch öfters in Gelsenkirchen wo wir unser Haus versuchen leer zu räumen, noch kleine Renovierungsarbeiten auszuüben und den Verkauf und Umzug zu planen. Wer nach Paraguay möchte sollte nämlich nicht davon ausgehen, dass es dort so etwas wie Sozialleistungen gibt. Man sollte Eigenkapital haben oder sofort einen Job, was sich natürlich als etwas schwieriger gestalten könnte. Alles zur Zeit etwas chaotisch.
Uns trennen 250km von Gelsenkirchen nach Osann.
Übergangsweise wohnen wir in einer schönen Ferienwohnung bis unsere neue Unterkunft frei wird.
Die Ferienwohnung ist in Osann, einem kleinen Weinort an der Mosel.
Mitten in den Bergen und genau das Gegenteil vom Ruhrpott.
Schön, ruhig, viel Natur.
Also, auf geht`s...
Freitag, 17.01.20
Heute geht es von Osann nach Gelsenkirchen.
Dort haben wir eigentlich noch viel zu viel zu tun und immer nur so wenig Zeit.
Dieses Wochenende wird erstmal eh hektisch.
Nach Martins Feierabend kommt er erst noch zur Ferienwohnung. Dort essen wir was und fahren dann los, immer etwas später um den Stau zu umgehen.
Aber erstmal habe ich heute ein Vorstellungsgespräch bei einem der in Deutschland namhaftesten Tiefkühlpizza Herstellers.
Da die Auswanderung in Planung ist, ist natürlich jeder Cent den wir noch in Deutschland verdienen können von großem Wert. Deshalb will ich so schnell wie möglich was neues finden.
Ich bin schön nervös. Deshalb gehe ich jetzt etwas im Wald hinter unserer Ferienwohnung spazieren um den Kopf frei zu bekommen.
Vorstellungsgespräch ist gelaufen. Ich habe keine Ahnung ob es jetzt Positiv oder Negativ gelaufen ist. Die Herrschaften haben sich nichts anmerken lassen. Aber sie waren sehr Nett.
Ich lasse mich mal überraschen. Wieder zurück mache ich noch eben schnell das Essen, dass wir gleich auch so langsam losfahren können.
Im Ruhrgebiet angekommen treffen wir uns Abends noch mit unseren Freunden in unserem Stammlokal...Bottropolis. „Dort ist das Fleisch so Zart, dass man es lutschen kann.“ Zitat eines guten Freundes.
Abends geht’s dann nur noch Heim, Taschen aus dem Auto und ins Bett.
Morgen wird es stressiger.
Samstag, 18.01.2020
Der Wecker stört schon ganz früh am Morgen. Eigentlich hat Martin heute einen Wettkampf in Marsberg (180km entfernt).
Er ist dann aber doch zur Besinnung gekommen und hat gesagt, dass er doch nicht dort hin fährt.
Sonst wäre er heute 180km dort hin, dann zurück mich einladen, kurz danach 250km nach Frankfurt und von da aus Abends noch ca. 180 km nach Osann zurück zur Ferienwohnung gefahren.
Aber so ist es jetzt deutlich stressfreier. So bleibt er mit mir bis mittags im Haus.
Wir haben wieder Kartons gepackt und Unterlagen aussortiert. Alles unnötige muss weg. Wir nutzen den Umzug zur Mosel jetzt schon mal um auszumisten, damit so wenig wie möglich mit nach Paraguay kommt.
Ich habe im Keller noch Leisten zum zweiten Mal lackiert, womit ich letztes Wochenende schon angefangen hatte.
Diese können wir dann nächstes Wochenende zwischen den Schlafzimmerfenstern anbringen.
Ebenfalls letzte Woche habe ich die Badezimmerschränke, bis auf das, was wir am Wochenende benötigen, ausgeräumt. Sowie in der Küche, Schlafzimmer und einem Vorzimmer habe ich das selbe gemacht. Außerdem habe ich im Badezimmer eine Lichtleiste auf dem Fußboden angebracht.
Das hatten wir eh schon seit Ewigkeiten vor zu machen.
Es sieht leider sehr sehr chaotisch aus.
Aber jetzt weiter zu Paraguay...
Wir sind mit der Hoffnung auf weitere Erkenntnisse heute Nachmittag zu einem Treffen von potenziellen Paraguay-Auswanderern nach Frankfurt gefahren.
Nach fast 3 Stunden waren wir dann auch endlich dort.
Wir haben viele Leute getroffen, die die unterschiedlichsten Ansichten, Gründe für ihre Auswanderung und Pläne da Geld zu verdienen haben.
Es war sehr interessant sich einmal mit Gleichgesinnten persönlich auszutauschen und zu hören, was sie dazu bewegt unbedingt nach Paraguay zu ziehen und hier in Deutschland alle Zelte abzubrechen. Es ist ja schließlich für jeden ein großer Schritt alles und jeden hier in Deutschland zurück zu lassen.
Auch war der Abenteueraustausch hoch interessant. Es wurden die tollsten Geschichten erzählt was man dort erlebt hat. In Paraguay erlebt man die schönsten und witzigsten Dinge.
Leider jedoch sind wir in bestimmten, für uns relevanten Fragen, nicht schlauer geworden. Aber wir konnten auch anderen Menschen Tipps geben.
Kleinigkeiten, wo wir aber froh gewesen wären vor dem ersten Flug drüber informiert worden zu wären.
Auch waren ein Paar Leute dort, die noch nie in dem Land waren, aber einen Flug gebucht und die Papiere vorbereitet haben. Das finden wir sehr mutig. Weil wenn einem das Land nicht gefällt ist es dann doch schon zu spät. Wir finden dass man sich ein Land vernünftig und lange anschauen sollte.
In jeden Urlaub dort haben wir andere Erkenntnisse gesammelt und uns für einen anderen Ort entschieden, wo wir uns später niederlassen wollen. Aber jeder Mensch hat seine eigenen Beweggründe für sein Handeln und das ist auch gut so. Das sollte man respektieren. Für uns wäre es nur nichts, einfach aus der Erfahrung gesprochen.
Der Abend wurde später, die Runde immer kleiner, aber leider mussten wir dann doch irgendwann gehen, weil wir ja noch etwas Fahrt vor und hatten.
Um 01.15Uhr ca. waren wir dann auch zurück in unserer Ferienwohnung und das Bett wartete schon.
Das war unser spannender Samstag