Gerade wollte ich mich raus begeben, zum Vorschlaghammer greifen und den alten Schweinestall abreißen, an dessen Platz in Zukunft ein Badezimmer für das geplante Appartement entstehen soll, als ich ein lautes Knattern vernahm.
Liebchens Sohnemann kam auf seinem Moped angerauscht und fragte ob er ein paar Tage bei uns verbringen könne, beim Vater sei es ihm zu langweilig.
Ich wurde hellhörig, denn Langeweile sollte mit fast 20 Jahren eigentlich kein Thema sein.
Da der Junge bisher aber noch keinen richtigen Plan hat wohin seine Reise gehen soll und wie er in Zukunft seinen Lebensunterhalt verdienen will, genießt er öfters den Komfort der ihm vom Mütterchen geboten wird, wenn er mal wieder nichts mit sich anzufangen weiß, oder schlicht hungrig ist.
Das ist nicht außergewöhnliches, sondern ein ganz normales Verhalten bei den jungen Männern, wie ich es auch schon vor ein paar Jahren bei meinem eigenen Sohn beobachten konnte.
Natürlich finden auch Liebchens Kinder stets einen Unterschlupf auf Muelli´s Hof, werden gefüttert und gebettet, als wären es die eigenen.
Dies galt zumindest für die Zeit, in der sie noch die Schule besuchten, jetzt aber, wo der Junge diese erfolgreich beendet hat, steht er nicht mehr unter Welpenschutz und solange er nicht anderweitig beschäftigt ist, muss er nun zumindest bei mir mit anpacken, um sich die Kost und Logis zu verdienen. Nicht das er sich hier auch noch langweilt.
Also drückte ich ihm zur Begrüßung mein Werkzeug in die Hand, seine Begeisterung hielt sich in Grenzen und schickte ihn zum alten Schweinestall.
Schnell wurde der „ Kleine „ warm und ich staunte nicht schlecht was für Power in diesem dünnen Kerlchen steckt.
Die Enten im anliegenden Tümpel zeigten sich dagegen etwas pikiert, sind sie derart Baustellen Krach doch nicht gewohnt.
Zufrieden darüber, die " Kultur der Sklavenhalterei " am Leben zu erhalten und die Kraft der Jungen für mich walten zu lassen, widmete ich mich den ruhigeren Dingen des Lebens.
So lief ich nochmal das Grundstück ab, auf der Suche nach Aufgaben für den Bengel, sollte er sich dazu entscheiden länger zu bleiben und wurde fündig.
Ach was rede ich da, es gäbe noch Unmengen an Arbeit für eine ganze Schar solch kräftiger Jungs, allerdings fehlt es am Platz für die Unterbringung solch einer Truppe und innerlich hoffe ich, das mein neuer Arbeiter nicht so schnell schlapp macht und mir noch ein paar Tage erhalten bleibt.
Ihm scheint das ungemütliche Wetter ja nichts auszumachen wie es scheint, mich dagegen zieht es bei solch einem Anblick wieder zurück ins Haus.
Da sitze ich nun, bearbeite die Tastatur und gebe die letzten Zeilen ein, bevor ich mich für heute von euch verabschiede.
Doch vorher möchte ich noch diese zwei Stillleben präsentieren, die sich dort auf dem Terrassentisch ganz unbewusst entwickelt haben.
So, jetzt ist aber Schluss! 😎
FOTOS: @muelli