ES HAT SCHON EINEN GRUND, das es mich vor nun mehr fast 30 Jahren an die portugiesische Atlantikküste spülte und ich diesen Schritt, obwohl er damals recht spontan geschah, bis heute nicht ansatzweise bereut habe.
Schon als kleines Kind war ich verzaubert von der Ostsee, das einzig Meer ähnliche Gewässer was wir besuchen durften und fragte mich stets neugierig wie es wohl weiter geht, hinter dem gigantischen Horizont der sich dort über all dem Wasser auftat.
Auch die Gerüche am Strand, die Salzluft, der nicht enden wollende Sand und die kreischenden Möwen, hatten schon immer eine extrem beruhigende Wirkung auf mich.
Als ich dann noch lernte der tosenden See ihre Fische zu entlocken, reifte in meinem Köpfchen, wenn auch noch tief im hinteren Hirnstübchen platziert, die Idee mein Leben an der Küste verbringen zu wollen, fühlte ich mich dort doch schon immer etwas freier als im Thüringer Wald.
Daran hat sich bis heute nichts geändert, außer das ein Strand Besuch manchmal auch ganz bewusst dafür genutzt wird, die bösen Geister zu vertreiben.
Mein Liebchen wurde heimgesucht von diesen Plagegeistern und Dämonen.
Dem momentanen Chaos in unserem sonst doch eher geregelten Leben, war Sie nicht mehr gewachsen und tiefe Traurigkeit mit einem Hang zu einer handfesten Depression, machte sich in ihr breit.
Es wurde Zeit für mich zu handeln, die Liebste aus ihrem geistigen Keller zu befreien und die Dämonen zu vertreiben.
MIT EINEM SONNENUNTERGANG, beziehungsweise dem romantischen Vorschlag diesen vom Strand aus zu verfolgen, liegt man als Mann fast immer richtig und so schaute mich auch Liebchen zwar erst etwas ungläubig an, sind solch einfühlsame Vorschläge doch eher selten aus meinem Munde zu vernehmen, wehrte sich aber nicht dagegen und tatsächlich huschte ihr ein Lächeln übers Gesicht.
Mein Ehrgeiz war geweckt und die Überzeugung das unser bevorstehender Ausflug eine heilende Wirkung auf den Gemütszustand meines Mädchens haben würde, verfestigte sich.
ALSO LOS!
Anfänglich noch ein wenig hilflos über den weiten Sandstrand blickend …
… setze die Kleine sich in Bewegung, immer schön Halt suchend am Fels entlang, der kurz darauf trotz mahnender Schilder als Rastplatz für eine Zigarettenpause herhalten musste.
Die Sonne sank der weilen tiefer und wie von ihr magnetisch angezogen spazierte Liebchen weiter auf sie zu, begann plötzlich zu lächeln und fragte mich: „ Ist das nicht wunderschön? „
Ich bejahte ihre Frage, nahm sie in den Arm und hielt ihr meine zu allem bereiten, gespitzten Lippen entgegen, welche sie dankbar und ja, glücklich mit den ihren in Empfang nahm.
So knutschten wir uns leidenschaftlich unter der verschwindenden Sonne, scherzten, lachten und kein Wort wurde mehr verloren über kaputte Autos, Krankheiten, Geldsorgen und all solch unwichtigen Mist.
Der Atlantik hat die Sorgen weggespült, das Rot der Sonne ließ das Leben wieder in einem wärmeren Licht erscheinen und nicht zuletzt ist es wohl der raffinierten Kusstechnik des Medizinmanns zu verdanken, das sein Liebchen wieder klar sah und die bösen Geister die sie plagten das Weite suchten.
DER EXORZISMUS WAR GEGLÜCKT! 🥰
Auf dem Rückweg …
… kehrten wir noch in die Strandbar ein, tranken Wein und Bier, aßen eine Kleinigkeit und waren uns wieder einig, das unser Leben eines der schönsten ist und ein paar lächerliche Rückschläge absolut nichts daran ändern.
Mit Hilfe der Sonne, der Salzluft und der tosenden See, verschwinden zwar die Probleme nicht, machen sie aber erträglicher und den Kopf frei für Lösungsideen, den Schwierigkeiten Herr zu werden.
Mehr kann man nicht verlangen!
Ach ja, alle Fotos hat @muelli mit seinem smarten Phone geknipst.
Auch von Euch verlange ich nichts Unmögliches, aber über einen …
… würde ich mich schon freuen! 😎
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