Einmal im Jahr bedankt sich das Rathaus im Dorf bei seinen Bürgern für ihr Gehorsam und gibt einen aus. 🐟 😎🍷
Sardinen, Brot und Wein werden in rauen Mengen spendiert, untermalt mit meist schrecklicher Live Musik auf zwei Bühnen.
Ok, die Geschmäcker sind verschieden, tatsächlich tanzt am Ende die komplette Gemeinde weinselig vor der Bühne herum und nur ein paar verwegene Ignoranten, zu denen auch ich gehöre, bleiben dem musikalischen Event fern, futtern und betrinken sich lieber fernab der Bühnen.
Man richtet sich ein auf dem kargen Festplatz, bringt sich eigene Tische wie Stühle mit und auch ein kleiner Grill wird ausgepackt, um in Ruhe seinen Fisch zu grillen ohne sich an den halbierten, zu Grilleinrichtungen umgebauten Blechfässern drängeln zu müssen, die für die Massen bereit stehen.
Das ist völlig in Ordnung und stört niemanden, selbst der Bürgermeister mit seiner Delegation kam bei uns vorbei geschlendert, begrüßte die Herren mit Handschlag und herzte die Damen mit zwei Küsschen links und rechts auf die Wange.
Mich drückte er gar an seine schmale Brust und beglückwünschte mich zu meinem Erfolg mit der Würstchenbude am Vortag.
So etwas ist mir zwar ausgesprochen peinlich, spielte das Spielchen jedoch mit, auch wenn ich wusste das hier schon Wahlkampf betrieben wurde und Bürgernähe vorgegaukelt wird.
Alles in allem immer wieder ein Vergnügen, sich mit ein paar Freunden den Wanst mit Fisch voll zu hauen, den billigen Wein in Strömen fließen zu lassen und zum Opfer politischer Machenschaften zu werden. 😂
Der nächste Morgen dagegen gestaltete sich weniger vergnüglich.
Die dramatischen Kopfschmerzen deuteten darauf hin das der ausgeschenkte Festwein sicher kein qualitativ hochwertiges Spitzenprodukt war und man selbst, wie auch das ganze Haus stank nach rauchiger Sardine.
Wer schon einmal solch einer Veranstaltung beigewohnt hat, weiß wie hartnäckig sich der Duft gegrillter Sardinen nicht nur in der Kleidung und am Körper hält.
Davon lassen wir uns aber nicht den Spaß verderben und wissen, das wir auch nächstes Jahr wieder zuschlagen werden, so es uns vergönnt sei, wenn das Rathaus sich erneut die Spendierhosen anzieht.
Bis dahin heißt es seinen Fisch wieder selbst zu fangen und auch wenn das großzügige Spendieren hier auf Steemit wohl ein Ende hat, mache ich erst einmal stur weiter mit meinem
… was immer noch mehr Freude bringt, als einer geregelten Arbeit nachzugehen! 😎