Nach dem Überfall auf eine Essener Teestube, sind die Täter weitergezogen. Die Polizei musste Gruppen trennen. Elf Männer festgenommen. Zu gleich zwei Auseinandersetzungen ist die Essener Polizei in der Nacht zu Mittwoch ausgerückt: Zunächst gab es einen Überfall auf eine Teestube an der Burggrafenstraße im Essener Südostviertel. Hierbei fiel mindestens ein Schuss, bestätigte die Polizei.Einige Stunden später wurden die Einsatzkräfte zur I. Weberstraße in der Innenstadt gerufen. Hier sollen sich laut Zeugen 40 bis 100 Männer gegenseitig bedroht haben.
Die Hintergründe sind laut Polizei noch unklar. Mehrere Personen türkischer, syrischer, libanesischer und irakischer Herkunft wurden festgenommen.
Überfall auf die Teestube im Südostviertel
Ein Überfall auf eine Teestube und ein Schuss hatten am Dienstagabend an der Burggrafenstraße im Essener Südostviertel den ersten Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Mehrere Personen hatten gegen 20.15 Uhr die Teestube überfallen und waren geflüchtet.
20 bis 40 Personen waren nach Polizeiangaben mit Autos an der Gaststätte "Olympia" vorgefahren, in die Räumlichkeiten gestürmt und hatten die Teestube verwüstet. Mehrere Scheiben und Teile des Inventars wurden zerstört. Dabei fiel mindestens ein Schuss. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der Waffe glücklicherweise nur um eine Gaspistole.
Das "Olympia" ist ein ehemaliges griechisches Restaurant. Die Räume werden inzwischen von einer arabischen Klientel als eine Art Teestube genutzt.
Auseinandersetzung in der Essener Innenstadt
Die Auseinandersetzungen fanden dann in der Essener Innenstadt ihre Fortsetzung: 40 bis 100 Menschen haben sich laut Zeugenaussagen an der I. Weberstraße in der Innenstadt gegenseitig bedroht. Die Angaben der Zeugen, die die Zusammenrottung vor allem vor einer Shisha-Bar beobachtet haben, gehen weit auseinander.
Wie Polizeisprecher Marco Ueberbach erklärte, mussten die Einsatzkräfte gegen Mitternacht ausrücken und konnte die Gruppen schnell voneinander trennen.
Hintergründe sind laut Polizei noch unklar
Zunächst hatte die Polizei von Schüssen und einer Prügelei berichtet, am Mittwochvormittag gab sie jedoch bekannt, dass es keine Zerstörungen fremden Eigentums und keine Verletzten gab. "Wir ermitteln mit Vollgas, die Hintergründe sind aber weiter unklar", erklärt Ueberbach.
Elf Männer türkischer, syrischer, libanesischer und irakischer Herkunft wurden in der Essener Innenstadt und im Rahmen einer Großfahndung in Bochum und Duisburg festgenommen. Vier flüchtige Fahrzeuge wurden gestoppt, die Verdächtigen sitzen in Polizeigewahrsam. Das bestätigte Polizeipräsident Frank Richter am Mittwochmittag. Schlagstöcke und Stichwaffen wurden sichergestellt. Nach dem Überfall auf die Teestube hatten die Täter noch flüchten können. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Taten aufgrund der zeitlichen Nähe in Zusammenhang stehen.
Essens Oberbürgermeister Kufen reagiert bestürzt.
Am Mittwochmorgen hat sich Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen zu den Vorkommnissen geäußert. Er sagte: "Die Vorkommnisse der gestrigen Nacht bestürzen mich. Die Essener Polizei konnte nach ihrem Einsatz bereits Festnahmen durchführen, weitere Ermittlungen dauern an. Ich habe volles Vertrauen in Polizei und Staatsanwalt, dass die Täter gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden."
Gleichzeitig sicherte der OB den Ermittlern Rückendeckung zu: "Da wo eine Unterstützung seitens der Stadt möglich ist, leisten wir diese effizient und unverzüglich, damit alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können. Jede Form von Paralleljustiz wird nicht geduldet."