Der Wetterbericht meldete bereits vor zwei Tagen möglichen Schnee und an dem Tag, an dem die Meldung kam, war es für London auch ungewöhnlich kalt. Eis auf den Autos am frühen Morgen, da es in den Abendstunden zuvor noch geregnet hatte.
Was solch eine kleine Winterepisode für die Stadt bedeutet, kann man sich in Deutschland, an Winter gewöhnt, nicht vorstellen. Staus, verspätete Züge und wahrscheinlich auch mehr gebrochene Knochen, als an normalen Tagen. Denn mit dem Streuen nimmt man es hier nicht so genau. Um korrekt zu sein: es wird kaum gestreut, wenn man absegelt, hat man Pech gehabt.
Eis überall und niemand, der irgendwelche Bemühungen unternimmt, es zu entfernen.
Und da auch alle hier auf der Insel vom Umweltschutz sprechen, eine neue Abgasabgabe in der Stadt eingeführt werden soll, da passt es ja ganz ausgezeichnet, wenn es ein wenig kälter ist. Weil man den Motor schon mal laufen lassen kann, während man drinnen noch frühstückt und die Karre im Innenraum langsam warm wird.
Eisenbahngesellschaften weisen auf Displays ihre Kunden, die täglich in die Stadt pendeln müssen, schon einmal darauf hin, dass sie sich entschlossen hätten, in zwei Tagen wegen des zu erwartenden Wetters (Schnee) auf ihren Winterfahrplan umzustellen. In anderen Worten heißt das: verlasst euch nicht auf euren Zug, irgendwann wird er schon kommen, entweder verspätet oder gar nicht, aber dann könnt ihr ja den nächsten nehmen.
Nach diesem kurzen Kälteeinbruch wurde es wieder etwas milder, für einen Tag. Und alles wartete auf den Schnee. Der dann auch wie angekündigt kam. Der Verkehr auf dem Autobahnring um London brach zusammen, in der Stadt fuhren kaum Busse und die Bevölkerung wurde aufgefordert, nach 9:00 Uhr abends nicht mehr draußen allzu viele rumzufahren oder zu laufen. Flüge waren verspätet oder gestrichen, Leute kamen am Morgen zu spät zur Arbeit.
Drei Schneeflocken hochkant schaffen es hier, das Leben fast zum Stillstand zu bringen...