Danke, solche Klarstellungen sind wichtig. Habe es mir mal angeschaut. Also ist es ein Abhängigkeitskrieg und kein Stellvertreterkrieg. Die ökonomischen Beteiligungen der Supermächte und das indirekte Element sind ja ein Fakt.
Erstmal sollte Russlands Angriff natürlich durch nichts relativiert oder abgeschwächt werden. Angreifer ist Russland, sie haben auf dem Gebiet der Ukraine nichts zu suchen. Vor genau diesem Einmarsch im Januar/Februar wurde ja bereits im November 2021 ausführlich durch Geheimdienste der Ukraine gewarnt.
Heißt aber auch dass die Nato informiert war und mehr oder weniger zuschaut.
Der Afghanistankrieg der 1980er war kein Stellvertreterkrieg, da die SU keinen Stellvertreter hatte, sondern selbst direkt angriff (zu Beginn auf Anfrage des afghanischen Machthabers).
Stimmt aber es wurde durch bloßen Opportunismus zu einem oder indirketem Rüstungsvorhaben oder wie auch immer man es nennen will. Das wäre mein Kritikpunkt an dem was aus der Ukraine werden kann.
Also ist ein indirekter Krieg über einen Dritten, wo alternierend Russland und die USA den dritten ausrüsten und angreifen kein Stellvertreterkrieg. Wenn die USA die Mudjahedin ausrüsten erzeugen sie doch aber einen Stellvertreter, genau wie die SU den Vietnam zwar ausrüstete aber sich nicht beteiligte? Vielleicht habe ich den falschen Begriff, ich meine nicht aus Sicht einer politischen Agenda sondern für den bloßen Konjunkturanstoß durch einen Krieg der durch ein anderes Land stellvertretend für die eigene Waffenindustrie erhalten wird.
Russland ist seit Anfang der 90er einer der grossen Profiteure von der Globalisierung, die durch die Militärpräsenz der USA (v.a. deren Navy) sichergestellt wird.
Russland muss also eine Kosten-Nutzen Abwägung gemacht haben, die Bedrohungsszenarien mit einbezieht, sonst ergibt es wie du sagst ja keinen Sinn. Wenn man immer nur davon ausgeht dass der Angreifer psychisch krank ist (wie bei Hitler) dann geht vieles verloren. Aber klar, kann reine Ideologie sein. Dann müssten Oligarchen und Russische Konzerne ihn jetzt zum Feind erklärt haben.
Die Ukraine war einst drittgrößte Atommacht (damals durch die SU ausgerüstet), heute ohne Atomwaffen aber mit der Infrastruktur (Uranvorkommen) durch die USA finanziert. Es gab wie bei der Hamas keinen Angriff, stimmt. Es gab aber Aufrufe zur Reaktivierung der Nuklearmacht-Ukraine und dem Ausstieg bzw. der Verletzung des Budapester Memorandum. Vielleicht ist es auch die westliche Presse die ein Drohung gegen über Russland daraus machte?
Kiew werde dann "vielleicht auch über einen nuklearen Status" nachdenken. "Wie sonst können wir unsere Verteidigung garantieren?" [Ukrainischer Botschafter Melnik im Interview mit DW]
es käme aus Sicht der Russen genau der Situation gleich die man in Nordkorea und im Iran sieht. Es ist ein internationales Abrüstungsabkommen was hier gedroht wurde zu verletzen. Alternativ gab es die Drohung Russlands Städte und Atomkraftwerke zu bombardieren (bei Invasion, aber es gab die Drohung).
Nein, dieser Krieg ist ein einseitiger Angriffskrieg.
Ja, wie du jetzt erklärt hast es initial auch bei Afghanistan der Fall war. Was ist es aber rein wirtschaflich also ganz nüchtern gefragt wer profitiert hier? Bzw. wem wird hier geschadet und was hat man für Möglichkeiten Putin (sollte er paranoid sein) zu stoppen? Ohne dabei die Welt zu vernichten.
RE: Es gibt nicht nur Russland vs. Westen. Proxi-Krieg Afghanistan