Abnabelung

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Hey Steemerinos,

aktuell durchlaufe ich den Prozess des Abnabelns. Dieser ist für mich extrem schwer, da ich als starker Sozialphobiker es nicht gerade leicht habe, selbstständig und eigenständig zu überleben.
Aber ich denke dass das langsam mehr als notwendig ist.

Und woher der Wunsch kommt, alleine zu wohnen (wohne aktuell in einer Wohnung über meinen Eltern), das erkläre ich euch jetzt.

Wisst ihr, vielleicht ist es eine Reaktion auf die psychedelischen Mittel, aber das bin ich nunmal. Ich bin ein Trippy-Hippie.
Die psychedelische Erfahrung, auch genannt "the psychedelic experience" ist einfach ein Teil von mir geworden.

Wisst ihr, ich habe an einen Scheidepunkt in meinen Leben, wo mich viele Dinge fast aufgefressen hätten, die ersten Pilze geschmissen.
Und was danach aus mir geworden ist, was es verändert hat, kann ich nur schwer in Worte fassen - aber es hat so viel verändert in mir.
Ich habe endlich Dinge anders wahrnehmen können, mein Denken ein wenig verändern können und konnte wieder an meinem Alltag arbeiten. Ein neues Ich erschaffen.

Es war das erste Mittel, welches in der Lage war mich zu verändern und mir Perspektiven zu geben, mit denen ich an diesen Wänden rütteln kann, diesen Sumpf entkommen kann, der sich in meinen Kopf jahrelang eingenistet hat.

Meine Mutter kann es einfach nicht verstehen. Übel nehmen kann ich es ihr nicht mal, da sie einen Badtrip von mir miterlebt hatte, aber am Ende vom Lied ist es nunmal mein Leben. Trotzdem drohte sie mir bereits mit allen möglichen Dingen, sollte ich irgendwas in die Richtung tun.

Das war für mich einfach der Moment wo ich gemerkt habe, dass es einfach nichts mehr bringt in ihrer Nähe zu bleiben. Manche würden meinen dass es total kindisch oder dämlich ist, das als Grund fürs Wegziehen zu sehen, aber ich denke dass das einfach ein Teil von mir ist, ein Teil der mich schöner gemacht hat, mehr zu dem Menschen, der ich sein will.
Und irgendwann möchte ich einfach in meiner bunten Hippiebude sitzen, glücklich sein und mein Leben auf diesen Planeten, welches begrenzt ist, genießen.
Aber das fällt mir merklich schwer, wenn ich weiß, dass ich beobachtet werde und ständig aufpassen muss, was ich in MEINER Wohnung tue. All die Drohungen..und das Unverständnis..naja. Ich bin ihr nichtmal böse.

Vielleicht war das einfach der Weckruf den ich brauchte, um endlich von hier zu verschwinden und irgendwo ein eigenes Leben zu beginnen. Weil das möchte ich schon lange, so sehr möchte ich es, am liebsten ländlich.
Nur die Angst sitzt mir in den Knochen, immer noch, ja, aber seit den letzten Trips verschwindet sie langsam und die Ruhe wird stärker.

Ihr könnt mich gerne als den abgedrehten Junkie sehen, als den mich meine Mutter sieht, aber ich möchte nicht ewig der Gefangene meines Geistes bleiben und mich weiterhin entwickeln, so wie ich es die letzte Zeit, ja, das letzte Jahr, getan habe.
Weil ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schön es war zu realisieren, ja, zu realisieren wie sich etwas an meinen Denken und Verhalten verändert hat.

Wie Perspektiven sich langsam veränderten und zu einem schöneren Weltbild führten, mit dem ich weitaus besser leben kann.
Ich weitaus besser..mit mir leben kann.

Sie mag das vielleicht nie verstehen und manche von euch bestimmt auch nicht, aber ich verstehe es und vielleicht sogar ein paar von euch. Das reicht doch, nicht?

Es wird schwer, sicher wird es das, aber das ist wohl völlig normal.
Dann will ich mir mal eine neue Wohnung suchen.

Liebe Grüße
Kranoras

Abnabelung | Ecency