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Eine Unterscheidung des Variolavirus – das im Gegensatz zu anderen Orthopockenviren
hochkontagiös ist - von anderen OPV ist auf Anhieb nicht möglich. Zum Direktnachweis wird die
Elektronenmikroskopie durchgeführt, alle weiter e Labordiagnostik muß in dafür ausgerüsteten
BSL-4 Labors unter besonderen Vorsichtsm aßnahmen durchgeführt werden. Eine
postexponentielle Impfung (4-7 Tage) kann den Ausbruch der Erkrankung mildern oder verringern.
2.2. Affenpockenviren
Der Ausbruch einer pockenähnlichen Erkrank ung bei asiatischen Cynomolgusaffen im
Kopenhagener Zoo 1958 führte zur Erstbeschrei bung der neuen Spezies Affenpockenviren
innerhalb der OPV. In den 60iger Jahren erkrankten mehrfach Affen in verschiedenen Haltungen,
ohne dass Menschen (Händler, Pfl eger etc.) - wahrscheinlich aufgrund der durch die
Pockenschutzimpfung bestehenden Kreuzimmunitä t - erkrankten. Erstmals wurden 1970
Affenpockenviren beim Menschen als Ursache ei ner pockenähnlichen Erkrankung nachgewiesen,
die meistens in West- und Zentralafrika auftra t. Von 1970-1995 verzeichnete man etwa 400 Fälle
aus 8 Zentralafrikanischen Ländern. Allein in der demokratischen Republik Kongo traten 1981-
1986 338 Erkrankungen (33 Todesfälle) auf, wobei 86% Kinder unter 10 Jahren waren. Davon
wurde bei fast ¾ der Fälle nachgewiesen, da ss die Infektion von Tieren übertragen wurde
(Esposito & Fenner, 2001). 1996/97 ka m es zu dem bisher größten dokumentierten Ausbruch
(etwa 800 Fälle), aber auch im Frühjahr 2001 und 2002 sind Er krankungsfälle in der
Demokratischen Republik Kongo labordiagnos tisch abgesichert beschrieben worden. Das
Wirtsspektrum von Affenpockenviren umfaßt neben den Affen v.a. Eic hhörnchen, die in den
natürlichen Übertragungsweg involviert zu sein scheinen, da diese oft als Nahrungsmittel dienen.
Der Mensch infiziert sich eher selten und dann me ist durch das unsachgemäße Hantieren und den
Verzehr von entsprechendem „bus h meat“. Eintrittspforte für die Infektion sind Haut-
/Schleimhautläsionen, selten auch eine direkte Ü bertragung von Mensch zu Mensch (maximal 30
% der Fälle) (Esposito & Fenner, 2001). Im Untersch ied zu Infektionen mit dem Variolavirus zeigt
die Affenpockevirusinfektion einen niedrigeren Kontagionsindex.
Die Inkubationszeit bei einer Affenpockenvirusin fektion beträgt 1-2 Woc hen. Die Infektion ist
zytopathogen und führt zu einer systemischen Erkrankung mit generalisiertem Exanthem. Einem 1-
bis 4-tägigen Prodromalstadium mit Fieber und Ma ttigkeit folgt ein pockenförmiges Exanthem.
Dieses durchläuft die typischen Stadien der Papeln, Vesikeln, Pusteln, die dann zentral beginnend
austrocknen und deren Kruste schließlich nach ca. 3 Wochen abfällt. Im Unterschied zu Variola
kommt es zu einer stärker ausgeprägten Lym phadenopathie im Nacken und im Inguinalbereich
und als Zoonose seltener zu einem fatalen Verlauf (ca. 11% im Schnitt aller Altersgruppen).
Quelle: Zoonotische Pockenviren
RE: Das Affenpockenvirus und die Pandemiewarnung aus dem Jahre 2018