Ich habe den Eindruck, dass wir das völlig unterschiedlich bewerten.
Zunächst einmal zur vehementen Verteidigung unserer Auswanderungsvorbereitung:
Nachdem wir - spontan, aus konkretem Anlass - den Entschluss zur schnellen Auswanderung gefasst hatten, musste ich in kurzer Zeit sowohl meinen Job, Versicherungen, Stromliefervertrag etc. kündigen, mein Haus (samt komplexer Übertragung von PV-Anlage und Stromspeicher) verkaufen und die zur Befriedigung der Bürokratie nötigen Dokumente besorgen (und ja: viele davon auch übersetzen und beglaubigen lassen). Im Gegensatz dazu, was du schreibst, wundern sich viele meiner Freunde und Familienmitglieder, wie extrem erfolgreich wir all diese Herausforderungen meisterten.
Dass wir dabei dennoch einige theoretisch sinnvolle Vorkehrungen aufgrund Zeitmangels nicht mehr zu treffen in der Lage waren, kreide ich mir als ansonsten sehr selbstkritischer Mensch in diesem Falle in keinster Weise an. Wir mussten Prioritäten setzen und schlicht tun, was am nötigsten war.
Aber ganz davon abgesehen diente mir der fast anekdotische Bericht der Ablehnung unserer Konteneröffnung nur als Überleitung zum für mich eigentlichen Thema. Die Kontoeröffnung wird schon noch irgendwie gelingen - und wenn nicht, wäre selbst das kein Beinbruch. Worum es mir eigentlich geht, ist die Darstellung der völligen Absurdität einer Welt, in der man sich mittlerweile dafür rechtfertigen muss, sein eigenes Geld versenden und benutzen zu wollen (dass man solche Dokumente überhaupt benötigt, und dass das offenbar die meisten mittlerweile für völlig normal halten, wirkt auf mich irgendwie surreal). Ob wir die damit einhergehenden praktischen Probleme nun lösen können oder nicht, ist angesichts dessen doch eher nebensächlich, ob ich persönlich erfolgreich sein werde oder nicht, ebenso! Nicht egal ist jedoch, wohin die Menschheit mit diesem Kontrollwahn steuert, nicht egal ist mir, wie meine Tochter einmal in dieser immer verrückter werdenden Welt leben wird.
RE: Wie meine gescheiterten Versuche der Eröffnung eines Bankkontos auf den Philippinen mich in die traurige Realität der heutigen Überwachungswelt zurückholten.