Also aus oben Geschriebenem diesen Schluss zu ziehen, halte ich für gewagt.
Erstens schreibe ich zunächst einmal nur von mir selbst. Ob ich in dieser Hinsicht repräsentativ bin, weiß ich nicht. Mein Vater z. B. hält vieles von dem, was ich für absurd halte, für völlig normal. Es beeinträchtigt seine Lebensqualität in viel geringerem Maße als meine. Darüber habe ich mit ihm schon häufig diskutiert.
Zweitens kann es durchaus zu einer Erkrankung führen, wenn die gegebenen Umweltbedingungen meinen eigenen Überzeugungen und meinem natürlichen Lebensrhythmus zu stark entgegenstehen. Wirst du jetzt vielleicht antworten, du meintest aber nicht durch Umwelt-, sondern genetische Faktoren hervorgerufene Krankheiten? Nun, vielleicht (bzw. mit Sicherheit!) sind es eben auch genetische Faktoren, die meinen Vater dasselbe als weniger beeinträchtigend empfinden lassen als mich ... Angenommen, man nennte die Eigenschaft, welche mich leiden lässt, 'Freiheitsdrang', dann lägen dieser Charakteristik - wie so gut wie jeder anderen auch - genetische Ursachen zugrunde ...
Drittens schließt eine mögliche Ursache für ein Problem (depressive Stimmung) nicht automatisch andere Ursachen aus. Es kann also gut sein, dass neben direkt durch Umwelteinflüsse verursachten Krankheiten, dieselben oder sehr ähnliche Symptome auch völlig andere Gründe haben können bzw. Synergieeffekte mehrerer Ursachen auftreten.
RE: Innere Stimme oder Depression