RE: RE: Ich bin okay, du bist okay - oder doch nicht?
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RE: Ich bin okay, du bist okay - oder doch nicht?

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Weil ich dich zu verstehen glaube.

Ja, das denke ich bei dir auch immer noch (manchmal). Inzwischen weiß ich aber auch: ich kann mich irren.

Du weist ja, wie plötzlich das gehen kann, nicht mehr zu können

Nein, das war ja in meinem Fall nicht plötzlich, nur die Erkenntnis darüber. Der Prozeß kam schleichend. Weil ich auch die Anzeichen ignoriert habe (vor vielen Jahren schon).
Eigentlich wollte ich mir einfach nie helfen lassen, weil ich mich schon als unfähig genug empfand.

Also geh bitte zum Arzt und sichere dich Rechtlich ab, damit dir nichts geschieht. Du kannst ja trotzdem weiter hin gehen!

Seit wann machen Ärzte Rechtsberatungen?
Ich weiß nicht, ob ich dich hier richtig verstehe: meinst du mit "damit dir nichts geschieht" damit mir keiner schadet? Meines Erachtens besteht ein Potential, mir selber zu schaden bei beiden Entscheidungen, sprich: wenn ich normal weiter hingehe, aber auch, wenn ich nicht normal weiter hingehe.
Und nein, mit Krankenschein würde ich dann natürlich daheim bleiben, damit ich nicht in Erklärungsnot gegenüber der Krankenkasse komme (oder nicht mehr als so schon). Denn bisher hat die Frage, wie ich der Krankenkasse erkläre, daß mich eine poplige Maßnahme zuviel Kraft kostet, davon abgehalten, mich krankschreiben zu lassen. Andere haben das schon öfter genutzt, einer prahlt sogar damit.

Du möchtest etwas arbeiten, eine Aufgabe erfüllen und vielleicht sogar unabhängiger werden damit.

Nicht werden. Sein. Ja, ich habe auch ohne Einkommen Aufgaben (oder könnte mir noch weitere suchen). Aber das hier ist CSU-Land. Da zählen Einkommen und Leistung. Nicht bei allen meinen Bekannten im Ort, aber einem großen Teil. Manche wissen gar nicht, daß ich seit Herbst 2016 nicht mehr gearbeitet habe und davor auch nur fragmentiert. Manche, die es wissen, lassen mich nicht für sich arbeiten. Erst vorhin beim Grillfest bin ich gefragt worden, ob ich schon im Urlaub war.

Ich glaube das du genug Hirnschmalz hast, das dir nicht viele Türen verschlossen wären, würdest du anklopfen.

Gelegentlich rede ich mir das auch ein (was bleibt mir denn anderes übrig?). Die zweite Stelle im medizinischen Bereich war so ein Fall. Es wäre un technische Röntgen-Assistenz oder sowas in der Richtung gegangen. Nicht im nächstgelegenen Krankenhaus und auch nicht im noch relativ nahen München.
Die Absage kam beiläufig per Mail.
Mit anderen Worten: natürlich werde ich aussortiert. Bin ich schon viele hundert Male aussortiert worden.

Ich habe vor einem Jahr mal einige steemSTEM-Blogs gelesen, Einmal erzählte ein Promovierter von der verdammt schwierigen Stellensuche. Da hab ich gedacht, Moment mal, wie kann die Jobsuche für einen so schlauen Menschen noch schwieriger sein als für mich?

Gleichzeitig reicht dir die Steemerei nicht alleine zum Leben.

Zeitlich schon! An Artikeln zum Lesen besteht kein Mangel.
An Themen, die ich bearbeiten könnte, ebenfalls nicht ...

Ich hab das hier nie als ernsthafte Einkommensquelle betrachtet.
Ich weiß, daß einige es so verwendet haben.

Was du noch brauchst, ist eine gute Freundin oder regelmäßigen sozialen Kontakt,

Ich habe vor Ort regelmäßigen sozialen Kontakt, werde in bestimmten Grenzen sogar geschätzt.
Aber nicht von Menschen meines Alters, von ein oder zwei Ausnahmen abgesehen.

Du weist auch schon mal das sich dein Karussell immer schneller dreht und du nicht mehr die gleiche Kraft aufbringen kannst wie früher vielleicht.

Das ist eine Annahme. Wie wär's, wenn du vorher fragst, bevor du sowas in den Raum stellst? Es gibt nämlich User hier, die nehmen ernst, was du sagst. In dem Fall ist deine Einschätzung aber nicht zutreffend, weil keiner sagen kann, was jetzt an der Depression liegt und was nicht.

weil die merken bis zum Sterbebett oft nicht in welchem Rad

Die haben ein Leben lang das getan, was sie für richtig hielten. Mehr kann man als Mensch nicht tun.

Es ist modern geworden, auf 9-to-5 zu schimpfen.
Jemand, der auf dem ersten Arbeitsmarkt Probleme hat, sollte sich mit solchen Aussagen meines Erachtens zurückhalten.

Aber du findest zumindest mal Zuspruch

Ja und nein. Eigentlich möchte ich keinen Zuspruch für Dinge, die ich nicht gut mache. Und ich mache ziemlich vieles "nicht gut".
Aber es gibt draußen wie auch hier kein ehrliches Feedback dazu. Also keins, das ich verstehe und das ich umsetzen kann.

und auch deine Art von Kontakten.

Ich nehme an, daß du dich damit meinst.
Ich halte nichts von Autistic Pride.
Ich habe schon andere Autisten (m/w) getroffen. Eine Hilfe oder Bereicherung war ich für keine/n.
Vielleicht tauscht man sich kurz über Gemeinsamkeiten aus. Strategien zur Problembewältigung hat keiner.
Und die Rolle des intelligenten Beobachters, der sich besser ausdrücken kann als die anderen, die hatte ich in der 12wöchigen teilstationären Behandlung in der Münchner Autismus-Ambulanz vor zwei Jahren auch schon. 12 Wochen heißt hier: 2 Zyklen von 6 Wochen. Es ist Zufall, daß es auch 3 Monate waren. Andere Teilnehmer haben 3 Zyklen am Stück absolviert, das Maximum.

Du machst doch schon einiges THW und solche Sachen fallen mir ein.

Ja, ehrenamtlich. Die Überlegung, da haupt- oder nebenberuflich (was nur im Sanitätsdienst, nicht beim THW geht) einzusteigen, wurde überdacht und verworfen (auch wegen des fehlenden Führerscheins). Verwaltungsstellen beim THW? Sitzen fast ausschließlich in Bonn, historisch bedingt. Es gibt auch eine Verwaltungseinheit in München, aber keine Kontakte dorthin.

Geh mal zum Bürgermeisterbüro und sage du brauchst ein wenig Hilfe bei der Suche nach einer kleinen Aufgabe für dich.

Ich habe mich vor zwei oder drei Jahren mal auf eine von der Gemeinde ausgeschriebene Stelle in meinem Bereich beworben - ohne Erfolg. Später stellte sich heraus, daß einer von der Feuerwehr von seinem bestehenden Job dorthin gewechselt ist.
In dem Jahr beginn ich mich wegen Überschneidung mit Diensten beim THW von der Feuerwehr zurückzuziehen - speziell von der Hilfe beim Sommerfest, aber auch als Vereinsmitglied bin ich damals wieder ausgetreten. Dann kam eine Phase, in der ich selbst nicht mehr auf (andere) Feste gegangen bin. Das hat meiner Vernetzung im Ort nicht gutgetan. Dem Bürgermeister, der ein paar Jährchen jünger ist als ich, ist mein Gesicht kein Begriff mehr. (Das war mal anders.)
Klar sind da noch Möglichkeiten gegeben, mal auf mich aufmerksam zu machen, und dies steht - dank der Maßnahme - auch auf meiner To Do-Liste. Aber Stellen bei Ämtern müssen dank gesetzlicher Vorschriften ausgeschrieben werden. Auch dann, wenn sie "hintenrum" besetzt werden.
Daß die Gemeinde für mich eine Stelle schafft? Schöne Vorstellung. Aber utopisch, denke ich. Das THW hat einfach nicht denselben Stellenwert wie die lokale Feuerwehr. Und im Ort bin ich in zuwenig wichtigen Gruppierungen.

Klein, damit du nicht in wieder 3 Monaten

Nochmal: Bitte halte dich mit Annahmen zurück. Die letzte Bildungsmaßnahme dieser Art habe ich im Jahre 2000 besucht. Ich habe fast keine Erinnerung daran, auch, weil meine Eltern mich zwangen, nach einem Monat rauszugehen.

Natürlich wirken manche Dinge, die wir da machen, auf den ersten Blick sinnfrei und nicht zielführend. Andererseits ist es immer noch die bessere Alternative zum Versauern daheim. Es hat auch Tage gegeben, da hat die Gruppenarbeit super funktioniert. Tage, an denen ohne böse Worte geredet und zusammen gelacht wurde.
Selbst an Tagen, an denen es Krach gab, hat sich nicht die komplette Klasse gestritten und die Streithähne sich nur zeitlich begrenzt.

Die letzten Konflikte resultieren auch daraus, daß Teilnehmer zeitweise nicht da waren und dann erstmal wieder in dem Kurs ankomme mußten - wofür eigentlich keine Zeit war, da derlei im Kurs einfach nicht vorgesehen ist. Wie soll man denn auch vorbestimmen, wie sich eine Depression individuell auswirkt?

Die Zeiträume, in denen ich von 2011 bis 2016 von 5 Arbeitgebern vor Ablauf der Probezeit gekündigt wurde, liegen zwischen eineinhalb und 7 Wochen, nur in einem Fall war ich die gesamte Probezeit von einem halben Jahr im Unternehmen. Zwei Arbeitgeber haben mich 14 bzw. 20 Monate beschäftigt. Und das ist schon der größere Teil meiner tatsächlichen Berufstätigkeit. Zwischen Juni 2000 und Oktober 2002 hatte ich nur zwei Arbeitgeber für den Zeitraum von 4 Wochen bzw. 17 Monaten. Die
kündigungen gingen immer von den Arbeitgebern aus. Sozusagen als Dankeschön dafür, daß ich nicht bei Problemen aufgegeben habe.

Bisher war mein Alter kein Thema, ich fühle mich kognitiv fit, aber nicht mutig genug, von daheim zu arbeiten. Ich brauche einen anderen Arbeitsplatz als meine Wohnung. Den Kontakt mit anderen Leuten.

Geh mal alleine weg wenn dich niemand begleitet und mach das zu deinem Ritual.

Habe ich in den Großstädten gemacht. Hier auf dem Quasi-Dorf fehlen mir die Ziele. Und die Finanzen dafür.
Ich bin allerdings mit der "ich mach das alleine"-Strategie hier im Ort ein nicht nur potentielles Mobbingopfer.

Irgendwie scheint mir die Frage "kann ich mich krankschreiben lassen oder nicht" auf die Frage nach der Beziehung zu meinem Hausarzt hinauszulaufen. Mein Lebensberater ist er nicht und die letzten Begegnungen waren eher semipositiv, was eine negative Überraschung für mich war. "Automatisierte" Krankschreibungen wegen "mir geht's einfach nicht gut", wie sie ein Teilnehmer propagiert hat und vielleicht tatsächlich von seinem Hausarzt in einer anderen Gemeinde erhält, möchte ich nicht und ich schätze meinen Arzt nicht so ein, daß er da mitspielt.
Falls es noch nicht klar geworden ist: ich will kein Teil einer Parallelgesellschaft sein ...

Das könnten nämlich genau die Pappenheimer sein die dir fehlen.

An der Stelle irrst du nun wirklich bzw. hast ein viel zu positives Bild von einer Menge User hier.
Aber es hat wohl auch seine Gründe, warum ich lieber bei Twitter bin und du lieber hier.

Sie nehmen dich nämlich erst dann so ernst wie du sie wenn es dir egal wird, was andere(über dich) denken

Das ist Bullshit und du weißt das eigentlich auch. Ich hab nie nicht getan, was ich für wichtig hielt. Es hat dazu geführt, daß mir Zeit für anderes fehlte. Vielleicht auch für eine bessere Vernetzung im Ort. Man wird nicht ernstgenommen, wenn man den Leuten kein Begriff ist (siehe oben) und Schmarotzer sind nicht erwünscht.

Würdest du Ratschläge von deinem 5 Jahre jüngeren Ich annehmen? Nein? Dann gib mir bitte keine. Du greifst nämlich ins Klo.