Wenn die Saugdauer unter 6 Stunden liegt ist eine Übertragung von Borrelien unwahrscheinlich. Desinfizieren und fertig, Bei einer Saugdauer von 24 Stunden hingegen ist eine Übertragung von Borrelien im Falle einer entsprechend infizierten Zecke anzunehmen.
Ich würde die Bisstelle ordentlich desinfizieren und mit lokaler Hyperthermie behandeln, da die Ausbreitung der Borrelien, sofern sie nicht direkt in ein Blutgefäß gelangen in der Regel lokal erfolgt und dann mit zeitlicher Latenz systemisch wird.
Bei längerer Dauer würde ich für wenigstens 2 Tage (offlabel) mit Doxicyclin eine Postexpositionsprophylaxe machen - alternativ auch ggf. Amoxicillin. Letzteres dürfte aber gegenwärtig schwer zu bekommen sein.
Beachte - das ein Erythema migrans mit zeitlicher Latenz von einigen Wochen auch erst auftreten kann - rheumatische Beschwerden nach Wochen oder Monaten ebenso wie unklare neurologische Beschwerden nach Monaten oder auch Jahren sollten differentialdiagnostisch ebenso an eine Borreliose denken lassen.
Also gut nachbeobachten und ggf. antibiotische Abdeckung bei entsprechender Klinik anstreben.
RE: Achtung Zeckenzeit!