Die drei Säulen einer freien Gesellschaft... (1)

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Teil 1 - die Wahrheit ist als Abstraktion der Freiheit unabdingbare Voraussetzung für Frieden und freie Gesellschaften - Bildquelle - pixabay

Liebe Freunde des Friedens und der Freiheit,

liebe Freunde der Liebe und des Glücks,

liebe Mitleser,

alles Sein ist Wahrheit. Omne verum es ens! - dies stellte die auf antike Philosophie und christliche Dogmen verarbeitende Philosophie und Theologie des Mittelalters fest, jene als Scholastik bezeichnet Strömung der Philosophie, die selbst heute noch das Sein und die Prozesse im Zusammenleben der Menschen beeinflusst.

Doch mit der Geburt des Historismus duch Giambattista Vico (1688-1744) wurde die Idee von Wahrheit und Erkenntnis in im neuzeitlichen Umbruch des Seins im Hinblick auf die Frage nach der Wirklichkeit und damit der Wahrheit in der Welt in der wir leben neu formuliert. Die alte Formel der Scholastiker wonach alles sein wahr ist und umgekehrt somit auch alles wahr ist was sein ist, wurde durch das Dogma das alles was wir selbst gemacht haben wahr ist, kurzerhand erstezt.

Dieses "Verum qia factum", welches 1710 von dem zuvor genannten italienischen Philosophen geprägt wurde, stellt das Ende der altertümlichen Metaphysik dar und den Beginn des modernen Menschen im Seinsprozess eines neuzeitlichen Geistes.

Wahr ist seit 1710 nur noch, was der Mensch selbst erschaffen hat und nicht das Sein selbst, die Rückbesinnung auf den perfekten Intellektuellen schlechthin, den Schöpfer oder die Gottheit, welche sich unser Sein ausgedacht hat, wurde damit abgeschafft.

Seit Giambattista Vico - spätestens aber seit Immanuel Kant - ist das Mensch Sein in der Lage sich seiner eigenen Vernunft zu bedienen - dem logos, welcher uns es ermöglicht die Welt in der wir leben nutzbar zu machen.
Mit diesem Sichtwechsel des modernen Menschen im Mittelalter auf die Wahrheit und die Wirklichkeit vollzieht sich auch eine Änderung des gesellschaftlichen Denkens weg vom besinnlichen Denken und hin zum rechnerischen Denken. Beide Arten des Denkens, welche der deutsche Philisoph Martin Heidegger auch als Dualität des Denkens² bezeichnete, sind in der menschlichen Existenz nicht ineinander überführbar, obwohl sie zur gleichen Zeit in jedem Individuum existieren.

Das Nutzdenken, welches das rechnerische Denken begründet, kann allerdings niemals zur vollen Entfaltung des Seins eines Individuums und dessen Wahrhaftigkeit und Lebenswirklichkeit führen, weil eben die Frage nach dem Sinn des Lebens auch das besinnliche Denken und nicht nur das rechnerische Wesen erfordert.

Gleichwohl ist zu vermuten, dass Wahrhaftigkeit - unbeschadet des Denkens - sprich die Wirklichkeit am Ende immer einen mathematischen Prozess darstellt, so wie es auch Pythagoras bereits sah, welcher das Sein auf die Prinzipien der Zahlen zurückführte und mit diesen verband.(1)

Das Sein, welches Platon folgend als Vieles neben dem Einen existiert, steht dabei in enger Verbindung zur Mathematik und Metaphysik. Platon selber hatte große Vorbehalte gegenüber dem Einen und äusserte sich diesem gegenüber eher negativ. Insofern muss die von den Neoplatonikern in die Welt gesetzte Botschaft "Unum, verum, bondum!" (1) kritisch hinterfragt werden.

Denn letzten endes begründet meines Erachtens nur die Vielfalt, die Pluralität des Seinsprozesses, welche sich aus der Vielfalt der Individuen und ihrer Weltanschauungen und ihres rechnerischen logischen Denkens, wie auch ihres metaphysischen besinnlichen Denken im Wirklichkeitsprozess der Gegenwart ergibt so etwas, was wir allgemeinhin als Wahrheit bezeichnen können.

Wahrheit ist somit als Ausdruck der Vielfalt von Meinungen eine der zentralen Säulen einer freien Gesellschaft.

Denn nur was wahr ist, kann auch sein und somit ein Fundament für die friedliche Koexistenz aller Menschen in Freiheit begründen. Dieses setzt aber die Akzeptanz und Toleranz der Vielfalt der Meinungen im gesellschaftlichen Diskurs aus mathematischen und metaphysischem besinnlichen Denken voraus und ebenso die Einsicht im Sinne des Logos, dass sowohl das eine Denken nicht ohne das andere Denken existieren kann und damit sinnstiftend der Definition der Lebenswirklichkeit im Sein zuträglich ist - jenem Sein, dessen Leugnung am Ende immer zu einem Zerrbild der Wirklichkeit führen wird und somit auch zu falschen Schlussfolgerungen, welche die friedliche Koexistenz der Menschen gefährdet.

Mathematisches Denken und das metaphysische besinnliche Denken zur Erfassung des Seins und der Wirklichkeit und damit der Wahrheit sind die Grundlagen für eine freie Gesellschaft - einer Gesellschaft die in letzter Instanz auf diese Weise durch die gewonnene Freiheiten der Individuen im Sein in der Lage ist auch zu lieben und damit Frieden zu stiften und schöpferisch tätig zu werden.

Vollkommenheit ist dabei in einer freien Gesellschaft nur möglich, wenn das mathematische Denken und das in den letzten Jahrhunderten in den Hintergrund gedrängte besinnliche Denken, gleichermaßen dem logos folgend sich befruchtend ergänzen und durch das Band der Liebe verbunden werden, jenem Band, das kein Denken mehr erfordert, weil es akzeptiert, dass die Wahrheit ihren Ausdruck in der Summe der Pluralitäten unterschiedlicher oder auch gemeinschaftlicher Auffassungen der einzelnen Individuen findet und diese auf Vernunft basiert.

Während Wahrheit also in erster Linie im festen Gehäuse des Seins auf dieser Welt begründet liegt, bedeutet Unwahrheit schlussendlich im Umkehrschluss das Sein als Prozess anzusehen, welcher von Menschen gemacht wissbar wird² - also in einem Prozess radikaler Anthropozentrik anzusiedeln ist, bei dem es im marxistischen Sinne darauf ankommt diesen zu verändern.

Die Unvernunft des alogischen Denkens bedroht Frieden, Freiheit und das Zusammenleben der Menschen auf der Welt

Da Unwahrheit im Seinsprozess aber kein Fundament für eine freie Gesellschaft und ein Leben in Freiheit sein kann, ist auch die Unvernunft, welche ich an dieser Stelle als Alogie bezeichnen möchte, nicht als Fundament einer freien Gesellschaft geeignet, da sie das Sein, die Wirklichkeit als Ausdruck der Wahrheit, schlussendlich ausschliesslich auf das Menschsein beschränkt und reduziert - und dabei das Sein allen Lebens und aller Formen der Wirklichkeit - trotz besseren Wissens - nicht mehr berücksichtigt und auszublenden versucht.

Wer aber das Sein, die Wirklichkeit ausschliesslich auf die menschliche Existenz reduziert, kann niemals für sich beanspruchen, die Wahrheit zu kennen und damit zum Wohle aller in der Gesellschaft handeln zu können. Ein antrhopozentrisches Weltbild, wie ihn neuerdings der Klimasozialismus praktiziert, steht dabei im Widerspruch zum Logos eines vernunftorientierten besinnlichens Schaffensprozesses, der mathematisches Denken ebenso einschliessen sollte, wie auch alle anderen Aspekte der Seinswirklichkeit, so denn neomarxistische Zerrbilder und Deformationen der WIrklichkeit und damit der Wahrheit schlussendlich am Ende nicht zum gesellschaftlichen Kollaps führen sollen.

Das Streben nach Wahrheit ist in einem sozialistischen von Ideologien gefärbten wissenschaftsfeindlichen anthropzentrischen Diskus nicht möglich, weil die Lebenswirklichkeit durch Exlusion aller anderen Seinsfaktoren, die nicht von Menschen gemacht sind, nicht tatsächlich erfasst wird.

Somit ist ein auf Unwahrheiten begründeter Vorgang auf lange Sicht schlussendlich nicht überlebensfähig, ja sogar gefährlich für das menschliche Zusammenleben in dieser Welt, da Liebe sich in einem Umfeld aus Unwahrheit und der damit verbundenen Deformierung der Freheit niemals sich wirklich vollständig entfalten wird können.

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Quellen:

1. Zur Problematik mittelalterlicher und neuzeitlicher Ontologie
2. Joseph Ratzinger - Einführung in das Christentum

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