Ich bin der absolute Linux-Unerfahrene, wie du vielleicht schon lesen konntest.
Nun am Ende sind alle Linux-Nutzer am Anfang irgendwann umgestiegen und waren absolut unerfahren. Das war bei mir damals vor 20 Jahren auch nicht anderes. Der Einstieg ist halt manchmal ein wenig holprig gerade für Poweruser. Nachdem ich im Bekanntenkreis aber den Support für Windows ganz eingestellt habe, sind viele Leute hier umgestiegen und gerade als normaler Anwender ist es am Ende eben nicht schwieriger, sondern nur anders ;)
Was mich von dem Gedanken an die Virtual Box abgebracht hat, war, dass ich irgendwo gelesen habe, dass damit eventuell nicht jede Hardware funktioniert. Ich benutze z.B einen alten aber tollen Dokumentenscanner mit dessen Software, und das sollte auch weiterhin so gut funktionieren.
Sofern die Hardware einen USB-Anschluss hat, gibt es eine kleine Entwarnung. Die läuft üblicherweise recht gut. Läuft das System in der Box, kann man rechts unten am Fenster einstellen, welche USB-Geräte vom darüberliegenden System (Host) durchgereicht werden sollen. Für das darunterliegende System (Guest) wirkt dies dann als hättest Du es direkt eingestöpselt. Treiber werden im Guest dann ganz normal installiert. Gerade in der hier genannten Kombintation wäre eine auf Wine basierende Lösung eher unwahrscheinlich.
Das andere hast du schon angesprochen: Ich müsste mir ein Windows kaufen.
Was aber ja eigentlich vom Dual-Boot da wäre. Zwar gab es ältere Windows-Versionen bei denen es mit Virtualisierung ein wenig spezieller geregelt war, da bin ich aber kein Experte. Grundsätzlich würde ich hier freizügig interpretieren... sofern im privaten Umfeld eine Lizenz vorliegt, dann hat man quasi alles Menschenmögliche getan ;)
Außerdem scheint mir das Einrichten der Virtual Box schwieriger zu sein als das Einrichten des Dual-Boot-Systems. Das vermute ich zumindest mal so als Laie.
Nein, tatsächlich würde ich es nicht sagen. Klar, die Verwendung von Virtualbox kommt erst einmal on top. Aber wenn man ein wenig pfiffig mit Computern unterwegs ist, sollte man damit ohne Handbuchstudium rein kommen.
Man startet es, klickt auf neu, wählt einen Namen aus, gibt das Betriebssystem an, wählt aus wieviel Arbeitsspeicher in dem System zur Verfügung gestellt werden soll und wieviel Festplatte. Nach dem ersten Start wird man aufgefordert eine DVD oder ein anderes Medium einzulegen und danach läuft es genauso durch wie eine native Installation. Mit dem Unterschied, dass die Hardware in der Box normiert ist und daher weniger Treiberdrama gibt. Viele sind meist überrascht, wie schnell ein Windows sein kann, wenn es nicht von irgendwelchen antiken Treibern ausgebremst wird ;)
Bei einem Dual-Boot bleibt halt immer das ungute Gefühl, dass man doch irgendwo eine falsche Partition erwischt und sich das andere Betriebssystem wegbügelt. Überhaupt ist das System meist nicht so partitioniert, dass es optimal passt. Dann muss man erstmal Platz auf der Festplatte schaffen. Bei der Box wird einfach eine Datei ins bereits bestehende System abgelegt.
Lediglich Hardware wie die GPU lässt sich nicht gut virtualisieren. Für Gamer ist VirtualBox daher keine gute Lösung. Alles was über USB daher kommt, geht meist problemlos, weil der Guest ja denkt ein echtes System zu sein und man Gerät exklusiv durchschalten kann. USB3 ist momentan übrigens nicht als OpenSource verfügbar, sondern muss ein propritäres Modul nachinstalliert werden. Als Umsteiger wird Dir das zunächst aber egal sein und das ganze wird von der Software auch geführt.
@reiseamateur (Karl) war noch nicht auf meine Frage eingegangen, wie lange das "Switchen" zwischen den Systemen dauert. Ich werde ihn dazu noch mal fragen, denn diese Anwendererfahrung hat er ja auf jeden Fall. Vielleicht magst du mir aber auch dazu noch etwas sagen.
Im Prinzip genauso lange wie das rauf und runterfahren der Systeme brauchen würde. Effektiv fährt das eine System runter und das andere danach rauf, bzw. Vice versa. Direkt nach dem Bios kommt normalerweise ein Bootmenü bei dem man dann zwischen den Systemen wählen kann. Meist wird eines als Default per Timeout eingestellt (3-5) Sekunden, dass gewählt wird, wenn man nichts macht.
Als ich damals umgestiegen bin, habe ich auch ein Dual-Boot gemacht. Bei einer klaren Aufgabentrennung kann man das durchaus machen oder eben auch, wenn man das Windows zum zocken braucht. Problematisch wird es immer dann, wenn man die Aufgaben nicht sauber getrennt bekommt. Also Mails bei beiden Systemen braucht. Dann kann das sehr schnell mal chaotisch werden.
Bei der virtualisierten Lösung geht das Wechseln natürlich schneller. Zumal das System nicht runtergefahren werden muss, sondern man den aktuellen Zustand "einfrieren" kann. Der Speicher wird dann auf die Platte geschrieben und Du kannst später das laufende System direkt wieder starten. Andere Aktivitäten auf dem System laufen einfach weiter, es ist halt einfach ein weiteres Anwendungsfenster in dem man kein Dokument, sondern eben das Windows sieht.
Dauert das Booten eines Betriebssystems nun so lange wie ein normaler Neustart?
TLDR; Ja :)
Der PC hat nur eine normale Festplatte, also keine SSD.
Uh. Ich hoffe der Rest des Systems ist nicht auch älter. Eine SSD kann zumindest für das Betriebssystem oft mehr bringen als eine neue CPU oder RAM. Für die Datenhalde kann man dann ein HDD nehmen. Problematisch ist dies nicht, macht das ganze aber eben immer ein wenig langsamer, wenn es auf die Festplatte geht.
Übrigens VirtualBox gibt es nicht nur für Linux, sondern auch für Windows. Du kannst also durchaus auf dem bestehenden System eine Trockenübung machen und Dir auf dem Windows ein Windows in der Box installieren. Dann kannst Du dir die Funktion der Software, die Installation des Windows in der Box, sowie ob dein Unterfangen mit der Software und Scanner so überhaupt funktioniert. Dann musst nicht erst ins kalte Wasser springen und kannst erstmal alles ansehen und damit experimentieren.
Geht übrigens auch mit dem Linux System. Kannst Dir eine Live-CD bzw. ein Iso runterladen und in einer virtuellen Maschine einmal ansehen und genau ausprobieren, wie alles funktioniert. Dadurch das es isoliert ist, kann man sich an den Installationsmanager gewöhnen ohne das man Angst haben muss, dass man die falsche Platte erwischt oder so etwas. :)
RE: 2020 Woche 29 - Ohne Zusammenhang / Without Any Context / Deutsch / English