Im 16. Jahrhundert war Jakob Fugger der reichste Mensch der Welt. Sein Augsburger Handelshaus kontrollierte Silberminen in Tirol, Kupferminen in Ungarn, finanzierte Päpste und Kaiser.
Die Fugger siedelten 1367 in Augsburg als Handwerker. Innerhalb von drei Generationen wuchs daraus ein globales Imperium. Jakob Fugger brachte aus einer Venezianischen Ausbildung doppelte Buchführung und Wechselgeschäfte mit.
Die Fugger liehen dem Habsburgischen Haus Geld und erhielten als Sicherheit die Einnahmen aus Bergwerken. Sie kontrollierten zeitweise das europäische Kupfer- und Silbermonopol. Ohne Fugger-Kredite wäre die Wahl Karls V. 1519 nicht möglich gewesen – sie finanzierten die Bestechungsgelder für die Kurfürsten.
1516 gründete Jakob Fugger die Fuggerei in Augsburg – die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Bedürftige Augsburger Bürger konnten für einen symbolischen Jahreszins von einem Rheinischen Gulden eine Wohnung mieten. Heute entspricht das 88 Cent – und die Fuggerei besteht noch immer.
Der Staatsbankrott Spaniens 1557 leitete den Niedergang ein. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte die Handelsnetzwerke. Im 17. Jahrhundert verloren die Fugger ihre wirtschaftliche Bedeutung.
Die Fugger zeigen, dass moderner Kapitalismus seine Grundprinzipien im frühneuzeitlichen Augsburg erprobte – und dass Reichtum und soziale Verantwortung keine Widersprüche sein müssen.
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