"Die Sowjetstrategen haben ihr System reformiert, ihren eigenen Typ von Pseudo-Demokratie eingebracht und wirtschaftliche Veränderungen herbeigeführt. Sie haben die überholte und diskreditierte Domanz der Kommunistischen Partei durch eine neue, politische Struktur der kontrollierten politischen Massen ersetzt. Hierdurch war es ihnen möglich, dieselben politische Elite, dieselbe Armee mit ihren Politkommissaren, grundsätzlich dieselben Nachrichten- und Sicherheitsdienste, sowie andere Elemente des ehemaligen Sowjetsystems beizubehalten. Beispielsweise das Arbatov-Insitut zum Studium Amerikas und Kanadas und die anderen Schlüsselinstitutionen, wie das Europa-Institut, das unter der Aufsicht der Akademie der Wissenschaften arbeitet.
Die politische Elite besteht auch weiterhin unverändert aus den 25 Millionen "ehemaligen" Kommunisten und 50 Millionen Jungkommunisten, die das aktivste politische Element in Rußland und den unabhängigen" Staaten stellen und unverändert über ihr gesamtes Machtpotenzial verfügen. Diese Elite schafft, durchdringt und lenkt die neuen Parteien und Oppositionsgruppen, sogar die antisemitischen Gruppen, in Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Strategie. Die Elite wird durch zahlreiche Regierungs- und halbamtliche Kanäle gelenkt.
Der "Refomrierte" KGB und seine Agenten bleiben aktiv, insbesondere in empfindlichen Bereichen, Beispielsweise bei antisemitischen Operationen, wo sie die Erfahrungen der Geheimpolizei aus der Zeit des zaristischen und stalinistischen Regimes einbringen. Die politische Elite hält den Kommuniswmus keineswegs für geschlagen. Im Gegenteil. Sie betrachten Reformen" und "Demokratisierung" als Mittel zur Durchführung ihrer Langzeitstrategie der Annäherung mit dem Westen und für den Sieg über den Westen."
Anatoly Golitsyn, Der Perestroika Betrug, 1995, S. 211